Jülich: Jülich: Wohnen am Bach und am Puls der Stadt

Jülich: Jülich: Wohnen am Bach und am Puls der Stadt

Der Infocontainer steht. Gleich daneben ragt das Bauschild auf. Auf dem ist in Farbe und Realansicht zu sehen, was hier in den nächsten Monaten entstehen soll: Ein Seniorenzentrum und in unmittelbarer Nachbarschaft ein Haus mit 16 Wohneinheiten. Die Nähe beider Projekte ist durchaus beabsichtigt.

„Diese Kombination ist der Trend der Zeit“, sagt Projektentwickler Daniel Salomon und deutet damit an, auf welche Altersklasse das Wohnhaus zugeschnitten ist: Ältere Semester, die den Herbst ihres Leben genießen wollen, ohne die Verpflichtung, ein ganzes Haus unterhalten zu müssen. Der Wechsel in das Pflegezentrum ist nicht zwangsläufig, aber möglich.

„Wohnen mit Pflege in der Bahnhofstraße“ ist das Konzept überschrieben, das die Kreativ Bauen & Wohnen GmbH mit Sitz in Schermbeck auf einem recht prominenten Stück Land umsetzt. Das Grundstück zwischen Dr. Weyer-Straße und Bahnlinie war schon mehr im als Bauplatz von vornehmlich Seniorenwohn-/Seniorenpflegeheimen. Nun nimmt eine solches Konzept Gestalt an. Im Vordergrund, und das darf man wörtlich nehmen, steht dabei das Bonifatius Seniorenzentrum.

Es handelt sich um einen dreigeschossigen Bau, unmittelbar and er Bahnhofstraße. Das Haus bietet 80 Plätze zur vollstationären Pflege in Einzelzimmern. Die Betreiber, die Bonifatius Seniorendienste GmbH aus Rheinbach, kalkuliert den Betrieb mit einem Personal von 80 Mitarbeitern. Entsprechend der in diesem Bereich mittlerweile üblichen Konzepte ist die Einrichtung auf Tagespflege wie auch Kurzzeitpflege eingestellt. Ebenfalls schon selbstverständlich sind in den neueren Einrichtungen (Bewohner)Restaurant und Cafeteria. Selbst ein Friseur soll in de Haus einen festen Platz haben.

Barrierefrei

Nicht ganz so exponiert ist die Lage des viergeschossige Wohnhauses mit Blick auf den Ellebach. Es liegt sozusagen in zweiter Reihe hinter der bestehenden Bebauung an der Bahnhofstraße. Die barrierefreien Wohnungen variieren größenmäßig von 50 bis 82 Quadratmetern mit „eingebauten Clou“, auf den Michael Figura, Verkaufsleiter der VMV Immobilienvertriebs GmbH, Mülheim an der Rur, „Manchem fällt der Sprung von einem Haus in eine 55-Quadratmeter-Wohnung zu schwer.

Der kann hier zwei benachbarte Wohnung bekommen.“ Aus 55 Quadratmeter Wohnfläche werden ohne größeren Aufwand 110. Spätesten hier wird deutlich, dass es sich nicht um Mietwohnungen handelt. Die Wohnungen stehen zum Verkauf — entweder zur Eigennutzung oder als Anlageobjekt zur Weitervermietung. Die Hausverwaltung wird von einem Nachbarn des Seniorenparks übernommen, der Jülicher Firma Schröder-Immobilien.

Der Wohnungskomplex soll in Bau gehen, sobald die Hälfte der 16 Wohnungen verkauft beziehungsweise reserviert ist. „Wir stehen kurz davor“, sagt Figura. Er rechnet mit Baubeginn im Juni. Fertigstellung soll bereits im Juli 2014 sein. „Die Statik ist bereits in Auftrag gegeben, aber in anderen Gewerken können sich durchaus noch Firmen aus der Region bewerben“, ergänzt Projektentwickler Salomon. Das Seniorenzentrum soll nicht lange danach in Bau gehen. Auch hierbei wird mit einer Bauzeit von einem Jahr und folglich der Eröffnung im dritten Quartal 2014 gerechnet.

Die Lage in der Nähe zur Bahnlinie Jülich - Linnich stellt weder für Figura noch für Salomon einen Störfaktor dar. Nachts herrsche kein Fahrbetrieb, und tagsüber höre man von der Rurtalbahn kaum etwas, weil sie in diesem Bereich keine hohe Geschwindigkeit fahre. Dafür habe der Standort unzweifelhaft Vorteile.

Senioren wollten heute am Stadtleben teilnehmen, schätzten erreichbare Einkaufsmöglichkeiten und Angebote, die in der idyllischen Abgeschiedenheit fehlten. Salomon verweist auf Studien, die einen Trend weg vom Land, hin zur Stadt feststellen. „Wir haben bemerkt, dass in Jülich ein Bedarf an Seniorenpflegeplätzen und barrierefreien Wohnungen herrscht“, sagt Salomon vor diesem Hintergrund und ergänzt mit Verweis auf den demografischen Wandel: „Wir bauen nicht für die nächsten zehn Jahre, sondern für den Zeitraum bis 2050.“

Sollte sich der Bedarf in absehbarere Zukunft noch erhöhen, wäre der Projektentwickler vorbereitet. „Wir haben die Option auf weitere Grundstücke hier.“