Jülich: Jülich: Wo Menschen mit Handicap willkommen sind

Jülich: Jülich: Wo Menschen mit Handicap willkommen sind

Seit mehr als 30 Jahren setzt sich der „Arbeitskreis für ein inklusives Jülich“ für die Belange von Menschen mit Handicap ein. „Aus anfänglicher Fürsorge wurde umfangreiche Teilhabe“, sagt die städtische Dezernentin Katarina Esser. Diesen Prozess zeichnet die Namensänderung des Arbeitskreises nach.

Seine Entwicklung startete 1982 auf Initiative der Sozialplaner der Stadt Jülich als Behindertenfachgesprächskreis und wurde 1997 als „Arbeitskreis für Integration“ (AKI) fortgeführt, in vertiefter Zusammenarbeit mit der Stadt Jülich. Die Umbenennung in den „Arbeitskreis für ein inklusives Jülich“ - die Abkürzung bleibt AKI - erfolgte im Oktober 2011. Um mittendrin leben und teilhaben zu können, muss die Umwelt barrierefrei gestaltet sein.

Deshalb hatte der AKI bereits in den Jahren 2010 und 2011 zur Aktion „Barrierefreies Jülich - Menschen mit Handicap herzlich willkommen“ aufgerufen.

Barrierefreier Zugang

Jülicher Geschäftsleute, Ärzte und öffentliche Einrichtungen wurden mit einer Fragebogenerhebung aufgefordert, sich Gedanken zu machen: Sowohl über eine barrierefreien Gestaltung ihrer Räumlichkeiten als auch über einen freundlichen, hilfsbereiten und respektvollen Umgang mit Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen.

Im Rahmen einer „Gestaltung für alle“ soll(t)en Verbesserungen für die Gesamtbevölkerung geschaffen werden, insbesondere auch für Familien mit Kindern und Senioren.

In dieser ersten Aktion konnten fast 80 Einrichtungen, Geschäfte und Praxen mit barrierefreiem Zugang und entsprechend ausgerichteten Leistungen ausgemacht werden. Sie erhielten das vom Arbeitskreis gemeinsam mit Stammhausbewohnern entwickelte Signet „Menschen mit Handicap - herzlich willkommen“.

Mitte Oktober ging jetzt die dritte Runde der Signet-Verleihung mit dem Versand von mehreren hundert Fragebögen an den Start. Empfänger waren Jülicher Geschäfte, Ärzte, Praxen im Gesundheits- und Kosmetikbereich, Schulen, Kitas, Hotels und Restaurants. Ausgewertet wurden sie durch den AKI im November.

Diese dritte Verleihung findet statt am UNO-Welttag der Behinderten am 3. Dezember um 19 Uhr in der Aula der Schirmerschule. AKI-Sprecherin und Schulleiterin Beate Wirth-Weigelt freut sich besonders auf den Festakt, in dessen Rahmen rund 40 Jülicher Einrichtungen für ihre Offenheit und Hilfsbereitschaft gegenüber Menschen mit Behinderung mit dem Signet ausgezeichnet werden.

Im Rahmen der Veranstaltung referiert Behindertenseelsorger Stefan Dreeßen aus dem Bistum Speyer „für Barrierefreiheit und Inklusion - Mit dem Handybike unterwegs“. Praxisbeispiele demonstrieren das barrierefreie Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap.

Die musikalische Gestaltung des Festaktes und die Bewirtung der Gäste übernehmen Schirmerschüler. Wirth-Weigelt zeigte sich begeistert über den Rücklauf der Fragebögen und versprach: „In Jülich geht der Weg weiter in ein inklusives Jülich - in einer superguten Zusammenarbeit“. Institutionen, die noch nicht zertifiziert werden können, bietet die AKI-Sprecherin gerne Beratungen an.

(ptj)
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