Jülich/Berlin: Jülich: Transport von Atommüll wird deutlich teurer

Jülich/Berlin: Jülich: Transport von Atommüll wird deutlich teurer

Der Transport von 152 Castor-Behältern mit Atommüll von Jülich nach Ahaus wird teurer als bislang bekannt. Der bisher genannte Kostenrahmen von rund 27 Millionen Euro wird deutlich überschritten.

Diese Zahl hatte unter anderem FZJ-Vorstandschef Achim Bachem im Interview mit unserer Zeitung genannt.

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Dürener Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer (Grüne) hervorgeht, handelt es sich dabei aber lediglich um die Mietkosten bei einer Lagerzeit von 30 Jahren. „Zu dieser Summe sind die Kosten für den Transport der Castoren von Jülich nach Ahaus hinzuzurechnen”, heißt es in der Antwort der Bundesregierung.

Die NRW-Landesregierung hatte im vergangenen Dezember allein die Kosten für den Polizeieinsatz mit rund 60 Millionen Euro beziffert, wie aus einer Kabinettsvorlage hervorgeht, deren Inhalt unserer Zeitung bekannt ist. Hinzu kämen die Kosten für die Transporte selbst.

Bis zu 152 Einzeltransporte erforderlich?

Diese sollen per Lkw erfolgen, es können aber höchstens zwei Behälter gleichzeitig nach Ahaus gebracht werden. Erforderlich sind also mindestens 76, möglicherweise aber bis zu 152 Einzeltransporte, die über einen Zeitraum von acht Monaten hinweg erfolgen sollen.

In den Castor-Behältern lagern rund 300.000 Kugeln mit hochradioaktivem Kern aus dem 1988 stillgelegten AVR-Forschungsreaktor. Die Genehmigung für das Zwischenlager in Jülich endet am 30. Juni 2013.

Das Lager entspricht nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards. Das FZJ hat deshalb beim Bundesamt für Strahlenschutz beantragt, die Castoren nach Ahaus bringen und dort lagern zu dürfen.

Die rot-grüne nordrhein-westfälische Landesregierung ist gegen den Transport und hat sich für eine weitere Lagerung der Behälter in Jülich ausgesprochen.

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