Jülich: Jülich spielt mit am Weltspieletag

Jülich : Jülich spielt mit am Weltspieletag

Zum ersten Mal nahm die Stadt Jülich an der weltweiten Aktion des Weltspieletages mit einem großen Event teil. Auf der Wiese des Schlossplatzes waren rund 30 Stände sozialer Einrichtungen und Kindertagesstätten zu finden, die zu spielerischen Aktivitäten wie Dosenwerfen oder zum kreativen Malen einluden. Ein buntes Bühnenprogramm sorgte für weitere Unterhaltung.

„Spielen ist ein Grundrecht in der UNO-Kinderrechtskonvention“, sagte Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs anlässlich des Weltspieletages und weiter: „Einige Kinder haben aufgrund von Armut oder Schulsystemen im Ausland diese Möglichkeit nicht.“ In Jülich sei das anders, nicht zuletzt wegen des Einsatzes zahlreicher Jülicher, die sich für das Kindswohl einsetzen.

Das erste Fest. Foto: Mira Otto

So wurde Dorothee Schenk, die Vorsitzende des Vereins „Kleine Hände“ auf die Bühne gerufen, denn der Verein besteht im September 30 Jahre. Zum Weltspieletag wurde der langjährige Einsatz für Kinder und deren Familien in Notlagen schon vorab mit einer Urkunde zum 30-jährigen Bestehen geehrt.

Dazu sagte Schenk: „30 Jahre ‚Kleine Hände‘ heißt mit gesellschaftlichen Veränderung mitwachsen und auf die Bedürfnisse von Hilfesuchenden flexibel zu reagieren.“ Der Verein ist mit verschiedenen Einrichtungen vernetzt und stemmt außerdem einige eigene Projekte. Darunter ein Sprachkurs für Flüchtlingskinder.

Zehnjähriges Bestehen

Weitere Einrichtungen feierten am Weltspieletag vor: Ebenfalls im Herbst bestehen zwei Familienzentren rund um und in Jülich seit zehn Jahren. So wurden Nicole Körfer-Mommertz für die Kindertagesstätte (Kita) „Unterm Regenbogen“ Koslar, Iris Meyer für die Kita „St. Martinus“ Barmen, Brita Eberhardt für die „Rappelkiste“ Jülich sowie für die Kita „Sonnenschein“ Jülich, Sandra Hertel, für „vielfältige Angebote für Familien“ (Axel Fuchs) Urkunden zum zehnjährigen Bestehen überreicht. Die Kita „Unterm Regenbogen“ und „St. Martinus“ bilden in Kooperation das Familienzentrum „Koslar Barmen“ während die Kita „Rappelkiste“ und Kita „Sonnenschein“ das Familienzentrum „Hand in Hand“ sind.

Im Fokus der Veranstaltung zum Weltspieletag stand selbstredend das aktive Spiel der Kinder. Von Bewegungsparcours bis dem Herstellung eigener Buttons war das Angebot breit gefächert. Viele Familien nutzten das Angebot und besuchten bei Sonnenschein und heißen Temperaturen neben der Hüpfburg die Stände auf der Schlossplatzwiese. Darunter auch der Kindergarten „Spatzennest“ der zusammen mit den Kindern Kunst auf einer Leinwand erzeugte — und das mit einem Trick. Denn die Jungen und Mädchen, teilweise gerade mal ein Jahr alt, tropften Farbe auf eine kleine Leinwand. Diese wurde dann in einen Zipbeutel gesteckt. Nach Gusto der kleinen Künstler wurde die Farbe dann auf der Leinwand mit den Händen ohne Farbunfälle verteilt. „Wir wollten Leinwandkunst für jedes Alter“, sagte Melanie Müller, die Leitung des Kindergartens.

Melanie Müller ist übrigens der Grund dafür, dass am Wochenende auf dem Schlossplatz so viel im Gange war. Sie hatte die Idee zu der Aktion. Voll zufrieden war sie mit der Umsetzung: „Ich bin begeistert, wie die Idee angekommen ist. Wir haben hier Kitas aus der Innenstadt und aus dem Umland, die sich selbst vorstellen können und wir haben ordentlich Zulauf sowie viele spielende Kinder.“

Hand in Hand

Besonders lobte Müller die Stadtverwaltung. „So ein Mitziehen Hand in Hand von Kitas und Stadt macht mich einfach glücklich.“ Auch eine Wiederholung der Veranstaltung zum Weltspieletag im nächsten Jahr schließt sie nicht aus.

Auf der Bühne sorgten unter anderem der „Circus Gioco“ für Staunen bei den kleinen Besuchern. Über Jonglage hinaus zauberten die Clowns Willi (Udo Titze) und Benni (Benjamin Simmat) zusammen mit den Kindern, wobei ein mutiger Zauberer aus dem Publikum stets dem Duo helfen musste und so nach erfolgreicher Zauberei aufgeregt, aber zufrieden mit sich selbst wieder die Bühne verließ.

Auch die Kita „Purzelbaum“ steuerte auf der Bühne etwas bei. Die Kinder der Einrichtung zeigten eine Bienengeschichte mit Botschaft. Die Jungen und Mädchen, die Bienen darstellten, „flogen“ traurig über eine staubige Landschaft, um schließlich auf einer vermüllten Wiese mit ebenfalls traurigen Blumen zu bleiben. Doch schließlich kam ein Mädchen und räumte den Müll für die Bienen weg. Voller Freude feierten die Kindegartenkinder, die als Blumen, Bienen verkleidet waren, zusammen eine Bienen-Party.

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