Digitalisierung der Energiewende: Jülich soll ein Fraunhofer-Institut bekommen

Digitalisierung der Energiewende : Jülich soll ein Fraunhofer-Institut bekommen

Der Forschungsstandort Jülich wird in den kommenden fünf Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weiter aufgewertet. Die renommierte Fraunhofer-Gesellschaft soll und will in der Herzogstadt ein neues Institut zur Digitalisierung der Energiewende errichten.

Mit der Verabschiedung des Forschungshaushaltes im Bundestag sind vom Parlament die ersten fünf Millionen von insgesamt 25 Millionen Euro am Donnerstag grundsätzlich bereitgestellt worden. Das bestätigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Thomas Rachel (MdB, Düren), gegenüber unserer Zeitung. Diese Mittel sollen in zwei neue Standorte fließen, die vom Strukturwandel betroffen sind: in die Lausitz (Cottbus oder Görlitz) und eben ins Rheinland nach Jülich.

Diese Pläne stehen noch unter einem Vorbehalt: Die jeweiligen Bundesländer – NRW und im Falle der Lausitz Brandenburg oder Sachsen – müssten sich zur Hälfte an den Bau- und Investitionsmitteln beteiligen. Erst danach sowie nach Vorlage des endgültigen Konzepts der Fraunhofer-Gesellschaft könnten die Millionenbeträge freigegeben werden, sagte Thomas Rachel.

Er hat den Vorschlag im Zusammenwirken mit der Fraunhofer-Gesellschaft, in deren Senat er einen Sitz hat, in Berlin unterbreitet, wie auch von Seiten der Forschungseinrichtung bestätigt wurde. „Wir brauchen ein Fraunhofer-Institut in Jülich als Beitrag zur Gestaltung des Strukturwandels“, sagte der Abgeordnete.

Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, zielt in die gleiche Richtung: „Mit dem Aufbau eines neuen Forschungsschwerpunktes in der Lausitz und in NRW soll eine neue Brücke zwischen den vom Strukturwandel besonders betroffenen Regionen im Osten und Westen Deutschlands geschlagen werden.“ Die Transformation des deutschen Energiesystems sei in vollem Gange und zentraler Bestandteil einer nachhaltigen und wirtschaftlich erfolgreichen Zukunft, heißt es zum inhaltlichen Hintergrund der geplanten neuen Institute aus der Münchener Zentrale.

Am Standort Jülich will die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Forschung zur Digitalisierung der Energiewende verstärken. Möglich sei hier auch die „Profilierung im Bereich Geothermie“, die eine Stütze einer klimaneutralen Wärmeversorgung werden könne.

Beide Felder passen bestens zu den Tätigkeitsschwerpunkten auf dem Fachhochschulcampus, im Forschungszentrum und im Solarinstitut des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Diese Forschungseinrichtungen gibt es schon in Jülich. Und die Institutsgründung wäre auch im Spezialbereich des mit Titz und Niederzier geplanten Gewerbegebietes Brainergy-Park auf der Merscher Höhe ein Ansiedlungskandidat, der besser kaum passen könnte.

Aber das ist Zukunftsmusik. Zunächst müssen die Bundesländer diesem Projekt die erforderliche Starthilfe geben. Abhängig vom Konzept der Fraunhofer-Gesellschaft ist natürlich auch die Zahl der entstehenden neuen Arbeitsplätze, die sich im Moment nicht abschätzen lässt. Kaum zu leugnen aber ist, dass im Falle einer erfolgreichen Gründung und Ansiedlung die Kleinstadt Jülich zu einer wissenschaftlichen Metropole von Weltrang auf dem Feld der Energieforschung werden dürfte, denn das ist sie in Ansätzen schon jetzt.

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