Jülich schuftet für den Erhalt der Kastanienallee auf dem Rurdamm

Auf dem Rurdamm : Jülich schuftet für den Erhalt der Kastanienallee

Die Rosskastanienallee auf dem Jülicher Rurdamm ist wahrscheinlich einer der längsten dieser Art in Europa und hat viele Fans in der Herzogstadt. Aber die Bäume sind gefährdet, von daher gab es wieder viele Helfer bei einer Aktion, die den Kastanien helfen soll.

Die Bürgerinitiative Kastanienallee Rurdamm hat entlang des Rurdamms zum vierten Mal zu einer Laubsammelaktion aufgerufen. Dutzende Freiwillige folgten dieser Einladung und schufteten – mit Rechen, Harken und anderem Gartengerät bewaffnet – am vergangenen Wochenende. Auch der Bauhof sowie Mitglieder des Stammes Franz von Sales der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg packten tatkräftig mit an.

Grund für die Aktion ist die Miniermotte, die den Rosskastanien entlang des Damms zu schaffen macht. Diese zerfrisst die grünen Blätter der Kastanien. „Die Motte ist für den Baum Stress“, sagte Markus Danz, seines Zeichens der Leiter des Bauhofes, und weiter: „Je mehr Blätter der Baum bereits im Sommer verliert, desto weniger Photosynthese kann er betreiben. Das macht ihn anfällig für Krankheiten.“

Dies zeigt sich darin, dass bereits einige Bäume mit dem Bakterium Pseudomonas infiziert sind, der zu einer inneren Fäule des Baumes führt. Sichtbar wird der Befall an schwarzen Stellen am Baum.

„Auch die Dürre hat die Bäume dieses Jahr zusätzlich belastet. Viele haben frühzeitig ihr Laub abgeworfen“, erklärt Danz. „Aber wir haben dieses Jahr nur drei oder vier Bäume fällen müssen. Es gab auch schon Jahre, da waren es zehn.“

Die Miniermotte überwintert im Puppenstadium im abgeworfenen Laub der Rosskastanien.

Die Einweisung für die Laubsammelaktion übernahm Günter Dahmen. Er hat die Bürgerinitiative vor vier Jahren spontan gegründet. Er sieht in der Sammelaktion eine „alternativlose Lösung in altbewährter Form.“

„Die Bäume entlang des Rurdammes, der viel von Spaziergängern und Radfahrern genutzt wird, sind ein Erkennungszeichen. Deswegen wollen wir die Aktion aufrecht halten und die Kastanien schützen“, sagte Dahmen zum Motiv. Dabei freute er sich über die vielen aktiven Mitglieder, zahlreich erschienen Helfer und die Unterstützung durch die Stadt.

Damit die Laubsammelaktion geordnet ablaufen kann, wurden die Helfer in vier Gruppen aufgeteilt. Die Pfadfinder in Gruppe vier schufen dabei in der Nähe des Stadions und vor dem Freibad die größten Laubhaufen. Unter den Pfandfindern befand sich auch der achtjährige Fabian mit seinem Bruder Timo (10). „Die Sammelaktion ist toll. Es macht einfach Spaß“, sagte Timo und sein Bruder fügte an: „Das hier ist Naturschutz.“

In der zweiten Gruppe befand sich auch Beigeordneter Martin Schulz, der allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters ist und fast schon traditionell an der Aktion teilnimmt. „Es ist gut, dass die Leute hier richtig Hand anlegen und etwas bewegen. Es ist richtige Arbeit, bei der man ganz schön ins Schwitzen kommt.“

Nach dem Aufhäufen des Laubes wurden die Blätter von Bauhof, der fast vollzählig erschienen war, auf Transporter aufgeladen. Vier Ladeteams sowie Laubsauger, einen Ladekran und einen Radlader hatte der Bauhof mit dabei. Das Laub wurde im Anschluss einer Verbrennungsanlage zugeführt, um die Schädlinge endgültig zu vernichten.

Der Effekt der Laubsammelaktion sei laut Günter Dahmen nicht genau messbar, da man die verhinderten Schäden nicht abschätzen könne. Allerdings sagte Dahmen, dass die Effekte der Motte auf die Bäume ohne das Sammeln der abgestorbenen Blätter und der darin enthaltenen Miniermottenpuppen wahrscheinlich bereits schlimmere Ausmaße gehabt hätten.

Er kündigte an: „Nächstes Jahr werden wir die Aktion auf jeden Fall wieder veranstalten.“

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