Jülich plant per InHK seine neueste Wiedergeburt

Integriertes Handlungskonzept : Jülich plant seine kleine Wiedergeburt

Jülich ist eine Renaissancestadt, weil der italienische Architekt Alessandro Pasqualini die Stadt in der Epoche der Renaissance neu sortiert hat. Der Grundriss findet sich heute noch. Deswegen ist die Innenstadt ein Baudenkmal. Renaissance bedeutet Wiedergeburt. Und solch eine Wiedergeburt ist wieder vorgesehen.

Nicht so grundsätzlich wie in der Renaissance. Aber so wie in Linnich. Da wird die Innenstadt bekanntlich mit mehreren aktuell aufgerissenen Baustellen umgestaltet. IHK heißt das Ganze in Linnich, InHK in Jülich, beides steht für Integriertes Handlungskonzept. Am Mittwoch hat unter anderem Bürgermeister Axel Fuchs vorgestellt, wie Jülichs jüngste Wiedergeburt vonstattengehen soll.

„Wir werden ein paar Fehler der Vergangenheit korrigieren“, sagte Fuchs und machte das am gepflasterten Marktplatz konkret. „Kacheln gehören auf Wände, nicht auf den Boden“, deutete er an, dass der Belag verändert werden könnte. Eine neue Idee: Terrassen am Rurufer sollen den Fluss in einen Ort verwandeln, an dem sich die Jülicher erholen. Ansonsten gibt es wenig Konkretes zu sagen über das InHK.

Das liegt in der Natur der Sache, denn die Stadtverwaltung und das beauftragte Aachener Planungsbüro MWM wollen die Jülicher fragen, wie die sich die Zukunft ihrer Stadt vorstellen. Auch die Frage, wie hoch die Fördergelder sind, die das Land wegen des InHK überweist, ist noch offen. „Es gibt große Metropolen, die beantragen zwei Millionen Euro. Und es gibt Kleinstädte, bei denen sind das 40 Millionen“, sagte MWM-Stadtplaner Bernd Niedermeier.

Beantragen ist die eine Sache, Bewilligen die nächste. Damit die Erfolgsquote möglichst hoch ist, soll im Gespräch mit den Bürgern herausgefunden werden, wo die Stadt besser werden kann. Im April gibt es eine Auftaktveranstaltung, bei der Stadt und Planer erklären, wie ein InHK funktioniert, warum es die effektivste Möglichkeit ist, Fördergelder zu gewinnen und wie lange das alles dauern könnte.

Vor den Sommerferien soll es Stadtspaziergänge geben, bei denen vor Ort über mögliche Baustellen geredet wird. Für den Herbst sind Arbeitssitzungen geplant, bei denen die Jülicher ihre Ideen einbringen sollen. „Die Stadt pfropft da nicht einfach ein Maßnahmenpaket von oben auf. Sie integriert die Bürger in den Prozess“, sagte Fuchs.

Die wichtigste Botschaft: Beim InHK soll nicht bloß über die Zukunft Jülichs geredet werden. Die Pläne sollen umgesetzt werden – sofern das Land die Förderanträge bewilligt. Die sollen im Sommer 2020 gestellt werden, so dass 2021 die ersten Maßnahmen begonnen werden könnten. Das sagte Niedermeier über die grobe Zeitschiene. „Insgesamt ist ein InHK eine Maßnahme, die sechs bis acht Jahre dauert.“ So lange könnte die kleine Wiedergeburt dauern.

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