Jülich: Jülich lädt zum dritten Renaissance-Picknick ein

Jülich : Jülich lädt zum dritten Renaissance-Picknick ein

„Der Herzog ist live dabei“, wenn das dritte Renaissance-Picknick im Renaissancegarten der Zitadelle als Geburtstagsparty gefeiert wird. Geburtstagskind ist das Museum Jülich, das Silberjubiläum feiert (wir berichteten), Veranstalter das städtische Amt für Stadtmarketing.

„Wir gehen wirklich 500 Jahre zurück und finden uns alle als spielende Menschen im Hof von Herzog Wilhelm V. wieder“, gab Bürgermeister Axel Fuchs Einblicke ins Festprogramm mit dem zentralen Thema „Spielen — gestern und heute“, geeignet für Kinder und Erwachsene.

Gespielt wird am Tisch oder auf dem Rasen, ab zwei Personen bis zu vier Viererteams. Vom Infopavillon kommend, wird im vorderen Bereich des Renaissancegartens erstmals „Jülich-ärgere-dich-nicht“ gespielt, eine lebensgroße Variante des bekannten Gesellschaftsspiels, in das sich jeder Besucher als Spielfigur aktiv einbringen kann. Das Spielbrett auf dem Rasen ist 15 Meter breit. Nach dem Wurf mit einem Riesenwürfel bewegen sich die Akteure im Spielverlauf über eigens für den Nachmittag verlegte Gehwegplatten.

Zehn Historische Holzspiele in XXL-Version quer durch die Epochen und Kulturen stehen bereit, darunter das mittelalterliche „Trou Madame, das aus dem Sport bekannte holländische „Jakkolo“, Crokinole, Mühle oder Mah Jong.

Eine weitere Kategorie bilden römische Spiele wie das Hufeisenwerfen, eine Art Bauern-Boccia mit Hufeisen, die um einen Pflock geworfen werden.

Jülicher Memory

Die Spielepalette beginnt mit dem Knöchel- oder Murmelwurfspiel aus der griechisch-römischen Antike, führt über das fürstliche Kugelspielen bis hin zu neuen Gesellschaftsspielen der Moderne. Letztere stellt die Stadtbücherei zur Verfügung. Lokalen Charakter bringt das „Jülicher Memory“ ins Geschehen, das die Buchhandlung Fischer bereit hält. Paarmotive bei diesem Memory-Spiel sind Jülicher Sehenswürdigkeiten.

Ein Fußball-Kickerspiel schließt am spielfreien WM-Tag die Fußballlücke. Zwei Workshops für Kinder umranden die Veranstaltung: Anreiz des Kreativangebotes „Schau mich an — Gesichter, Figuren & Schmuck“ ist, mit Hilfe des Spiegelbildes verschiedene Charakteristiken wie Stolz, Macht, Freude oder Erhabenheit bildlich darzustellen, als Accessoire dient gebastelter Perlenschmuck.

Im zweiten Workshop werden verzierte Cake-Pops gebacken, die auch als Kuchenlollies bekannt sind — und anschließend verspeist. Ein von der Sparkasse Düren gesponserter Luftballonweitflugbewerb lockt ferne Finder mit attraktiven Preisen zu einem Besuch der Herzogstadt. Die Kinder sind vom „kleinen Schlossgespenst“ zur Schnitzeljagd durch die unterirdischen Gänge auf der Suche nach der Schatztruhe eingeladen, die es einst „einem reichen Herrn stibitzt hat, als in diesem Schloss noch Herzöge und Grafen lebten“! Für die Erwachsenen werden Gästeführungen angeboten.

Im hintersten Teil des Renaissancegartens (Nähe Zitadellenhof) findet das eigentliche Picknick statt, ein Buffet bietet Kaffee, Kuchen, Plätzchen und Pizza, alle in Zitadellenform gebacken, dazu alkoholfreie Getränke. Museumsdirektor Marcell Perse verwies auf den kunsthistorischen morgendlichen Teil mit der Eröffnung der Blickpunktausstellungen „Stolzgeprägt“ und „Ahnenreihe“. Im Rahmen dieser Vernissage startet die schrittweise Restaurierung der Jülicher „Kirmesversion“ des sogenannten „Herzöge-Bilds“, das im letzten Jahrhundert unsachgemäß übermalt wurde.

Es zeigt drei der sechs Klever Herzöge vor dem Stadtbild von Kleve, Johann III., Wilhelm V. und Johann Wilhelm, alle waren ferner Herzöge von Jülich und Berg. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW wird die Originalsubstanz freigelegt und fachgerecht ergänzt. „Einen Plan B gibt es auch“, verrät Gisa Stein vom städtischen Stadtmaketing. Bei schlechtem Wetter zieht die Festgesellschaft ins PZ. Sie ist aber zuversichtlich: „Wenn man gut vorbereitet ist, braucht man ihn meistens nicht...“

Das Jubiläumspicknick startet um 13 Uhr um 8. Juli im Renaissancegarten der Zitadelle.

(ptj)
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