Jülich: Jülich-Bilder von Marc Remus: Leuchtende Ansichten einer Stadt

Jülich: Jülich-Bilder von Marc Remus: Leuchtende Ansichten einer Stadt

Neongrün, leuchtend-gelb, flammrot und azurblau — die intensiv leuchtenden Farben seiner Gemälde springen dem Betrachter förmlich ins Auge. Vor allem Stadtansichten sind es, die Maler Marc Remus in unterschiedlichsten Techniken auf die Leinwand bannt. Bis zum 30. Dezember präsentieren Marita und Georg Loven in ihrer Galerie an der Zitadelle Remus‘ Werke.

„Neue Ansichten von Jülich“ lautet der Titel der Ausstellung, die am Samstagabend Vernissage feierte. „Ich habe die Stadt Jülich in mein Herz geschlossen.“ Das sagte Marc Remus schon vor 13 Jahren, als er die Herzogstadt zum ersten Mal in einer Kleinserie von acht Motiven porträtierte. Diese künstlerische Liebeserklärung freut nicht nur Bürgermeister Axel Fuchs, der sich sicher ist, dass „das auch an den vielen tollen und netten Menschen in unserer Stadt liegt“.

Marc Remus scheint mit seinen Stadtansichten auch den Nerv vieler anderer Jülicher zu treffen, denn zahlreiche Besucher waren der Einladung zur Ausstellungseröffnung gefolgt, so dass sich das Galeristenehepaar Loven an diesem Abend über ein gut gefülltes Haus freuen durfte. So manch eine Besucherin hatte auf ihrem Rundgang dann auch gleich mehrere Lieblingsmotive entdeckt und stand nun vor der schwierigen Entscheidung, welches Gemälde — vielleicht auch als preisgünstigerer Druck — künftig eine Wand in der Jülicher Wohnung zieren soll.

Der pure Zufall hatte den vielseitigen Künstler, der seine Kreativität unter anderem auch als Schriftsteller auslebt, nach Jülich geführt. Eigentlich unterwegs nach Aachen, war es das große braune Hinweisschild, das auf die Zitadelle aufmerksam machte, das seine Neugierde weckte, erzählte Marc Remus.

Kurzentschlossen legte Remus einen Zwischenstopp ein und spazierte durch Jülichs Straßen. Sein Rundgang führte auch an der Loven’schen Galerie vorbei. Künstler und Galeristen lernten sich kennen und schätzen, der Rest ist Geschichte und führte nach über 15 Jahren enger Zusammenarbeit zur aktuellen Ausstellung.

Kaffee, Tee und sogar Eierschalen sind es, mit denen Remus erstaunliche, dreidimensionale Effekte erzielt. Ausprobiert hat der Neo-Pop-Künstler seine neue Technik zunächst an Darstellungen von Fossilien. So hat sich auch ein Stier in die Ausstellung „verirrt“, zählte doch dieser zu den ersten Kunstwerken in der neuen Technik.

Die Inspiration zur ungewöhnlichen Technik stammt aus Südamerika: Fasziniert vom mexikanischen „Día de los Muertos“ begann Remus die Skelettdame „La Catrina“ darzustellen. Porträts unterschiedlichster Fossilien, in denen die Vergänglichkeit sichtbar werden sollte, folgten. Schließlich übertrug Marc Remus seine neu entwickelte Technik auch auf seine Stadtansichten — und nach Jülich.

(brs)
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