Jülich: Jülich bekommt ein „Theater der Stadt“

Jülich: Jülich bekommt ein „Theater der Stadt“

Leseprobe: Sieben Schauspieler sitzen auf der Bühne, halten Texte in den Händen. Der erste intoniert: „Ein Zauberspiegel — fabelhaft.“ Prompt korrigiert Regisseurin Olga Romanovskaya. Sie motiviert, den Text mit Emotionen zu untermauern, die Stimme dem Inhalt anzupassen.

Romanovskaya macht es vor, ist präsent, zieht die Blicke auf sich, benutzt Mimik und Gestik. Das Zuschauen macht neugierig auf das Endprodukt. Geprobt wird: „Die Schneekönigin“.

Theater der Stadt Jülich: Initiatoren sind Christoph Klemens vom Kulturbüro Jülich, Dezernentin Katharina Esser, Olga Romanovskaya, Schauspielschulleiter René Blanche und die künstlerische Leiterin Andrea Royé. Foto: Mengel-Driefert

„Das Familienweihnachtsmärchen ist die erste Produktion eines ambitionierten Vorhabens, das den Namen Theater der Stadt Jülich trägt“, sagt Dezernentin Katharina Esser und verweist auf eine gemeinsame Initiative der Aachener Schauspielschule und dem Kulturbüro mit dem Ziel, das Jülicher Kulturleben zu bereichern und jungen Schauspielern die Möglichkeit zu geben, erste Bühnenerfahrungen zu sammeln. Geplant sind zwei Produktionen im Jahr.

René Blanche, Leiter der Aachener Schauspielschule, spricht von einer tollen Chance für die Absolventen, denen eine ernstzunehmende Bühne geboten werde. „Mit im Boot ist die Diplom-Regisseurin Olga Romanovskaya“, stellt Christoph Klemens vom Kulturbüro heraus.

Sie war viele Jahre am Wachtangov Theater in Moskau tätig, gründete als Prorektorin die Staatliche Musik- und Kunsthochschule für Bildende und Darstellende Kunst in der russischen Hauptstadt. Heute lebt sie in Aachen und lehrt an der Aachener Schauspielschule, leitet zudem Dozenten-Fortbildungen am Goethe Institut in Boston/USA. In Jülich übernimmt sie federführend die Regie für das Weihnachtsmärchen und die Premiere des „Theaters der Stadt“.

Unterstützt wird sie von Co-Regisseur René Blanche und der künstlerischen Leiterin Andrea Royé. Premiere ist am Sonntag, 29. November, in der Stadthalle Jülich. Der Vorverkauf startet am 1. September.

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