Jülich: Jetzt kommt die Alemannia doch noch nach Jülich

Jülich: Jetzt kommt die Alemannia doch noch nach Jülich

Kinderlachen und das aufgeregte Getrappel von vielen kleinen Füßen, das hört man jetzt häufiger beim Betreten des Karl-Knipprath-Stadions. Die Jugendabteilung des SC Jülich 1910/97 blüht langsam auf und die zarte Pflanze soll weiteren Nahrung erhalten.

Die „Zehner“ planen in den kommenden Wochen und Monaten einige Veranstaltungen, um nach abgeschlossener Insolvenz wieder Geld in die Kasse zu bekommen, um die Jugendarbeit und den Aufbau einer konkurrenzfähigen 1. Seniorenmannschaft voranzutreiben. Geplant sind unter anderem eine Schlagernacht in Kooperation mit dem Verein „Aktion Lebensfreude“ Ende August und zunächst ein lange herbeigesehntes Benefizspiel gegen Ex-Bundesligist Alemannia Aachen.

Es resultiert unter anderem aus den im vergangenen Jahr geknüpften Kontakten, die beim unkonventionellen Hilfsangebot der Jülicher, ihr kleines Stadion als Spielstätte für die Alemannia zur Verfügung zu stellen, entstanden sind. Davon berichtete „Zehner“-Vorsitzender Michael Lingnau nun anlässlich der Plakatpräsentation zum Benefizspiel, das am Mittwoch, 9. Juli, um 18.30 Uhr, im besagten Stadion an der Rur angepfiffen wird. Lingnau begrüßte im Vereinsheim mit Alexander Mronz den neuen Geschäftsführer von Alemannia Aachen.

Damals ins Wasser gefallen

Der sportliche Leiter beim SCJ, Peter Kosprd, merkte indes an, dass die Zusage zu einem weiteren Freundschaftsspiel bereits 2006 seitens der Schwarz-Gelben — in Gestalt von Jörg Schmadtke und Dieter Hecking — getroffen wurde. Damals waren die Alemannen schon einmal in Jülich zu Gast, doch die Partie und damit der erhoffte Geldsegen für die „Zehner“ fiel regelrecht ins Wasser.

Natürlich hofft man in der Herzogstadt nun auf deutlich besseres Wetter für den 9. Juli, ist sich allerdings bewusst, dass es die erste Sommerferienwoche ist, die Fußball-WM dann noch läuft und die Alemannia kein Bundesligist mehr ist. „Wenn wir einige Hundert Zuschauer anlocken können, wäre das schon toll“, so Lingnau und sein Vize Claus Nürnberg.

Der versammelte „Zehner“-Vorstand sah einige Parallelen zwischen dem Traditionsverein von der Rur und dem aus der benachbarten Karls-stadt, z.B. eine überwundene Insolvenz, eine erfolgreiche Vergangenheit und ein Imageproblem in der Gegenwart. „Wir üben uns in Demut“, betonte Alexander Mronz, wie dankbar man den Aachener Fans sei, die dem Club auch in der vierten Liga die Treue halten.

Mronz wie auch die Jülicher hoffen natürlich darauf, dass möglichst viele Alemannia-Anhänger vorbeischauen. Die Schwarz-Gelben werden auf jeden Fall mit bestmöglichem Personal auflaufen und dann in Halbzeit eins auf eine Jülicher Stadtauswahl, trainiert von Peter Kosprd, treffen. Nach dem Seitenwechsel versucht dann die neu formierte 1. Seniorenmannschaft des SC Jülich 1910 unter Leitung von Spielertrainer Michael Herrmanns ihr Glück. Für das leibliche Wohl der Zuschauer am Spielfeldrand wird selbstverständlich bestens gesorgt.