Nach Gasunfall in Siersdorf: Jetzt fehlt nur noch das Grün an der Mühlenstraße

Nach Gasunfall in Siersdorf : Jetzt fehlt nur noch das Grün an der Mühlenstraße

Nach einem Gasunfall im Januar war die Straße monatelang gesperrt. Seit Ende Mai rollt der Verkehr wieder. In der vergangenen Woche wurden nun auch die Markierungsarbeiten abgeschlossen. Die Schuldfrage ist weiterhin noch nicht geklärt.

Seit Ende Januar war die Mühlenstraße in Siersdorf gesperrt. Das sorgte vor allem bei den Anwohnern für großen Unmut. Seit dem 29. Mai kann der Verkehr wieder fließen. In der vergangenen Woche wurden endlich auch die Markierungsarbeiten abgeschlossen. Jetzt fehlt nur noch eine neue Bepflanzung der Nebenanlagen. Das soll in den kommenden Wochen geschehen. „Ich dachte, ein Flugzeug wäre abgestürzt“, hatte eine Anwohnerin der Albert-Schweitzer-Straße in Siersdorf Ende Januar erzählt und sich an den ohrenbetäubenden Lärm in der Nacht erinnert. In Wirklichkeit war es allerdings zu einer Explosion in der Mühlenstraße gekommen – durch ein Leck in einer Erdgasleitung.

Steine und Dreck flogen meterweit, ein riesiges Loch im Boden verschluckte sogar ein Auto, Hunderte Menschen mussten noch in der Nacht ihre Wohnungen und Häuser verlassen. Verletzt wurde zum Glück niemand. Waren die beschädigten Gas-, Wasser- und Stromleitungen bereits kurz darauf wieder in Stand gesetzt worden, war die Mühlenstraße monatelang für den Verkehr gesperrt.

Vier Monate für die Reparatur

Die Thyssengas GmbH, deren Gasleitung geplatzt war, hatte kurz nach dem Unfall drei Wochen für die Reparatur der Mühlenstraße angesetzt. Schließlich waren vier Monate daraus geworden. Erst seit Ende Mai kann der Verkehr wieder die Mühlenstraße passieren, wie Gerhard Hülsemann, Sprecher des Gasnetzbetreibers jetzt mitteilt. In den vergangenen Tagen wurden auch die fehlenden Straßenmarkierungen fertiggestellt.

Der Bauhof der Gemeinde Aldenhoven wird in den kommenden Wochen dafür sorgen, dass an der Mühlenstraße auch wieder genug „Pflanzen und Blumen Platz finden“, sagt Ralf Claßen, Bürgermeister der Gemeinde. Er sei derzeit noch in Gesprächen mit dem Gasnetzbetreiber, „was man Gutes für die Anwohner tun könnte“. Schließlich sei die monatelange Sperrung eine Zumutung für die Bürger gewesen.

Im Februar waren die Arbeiten in vollem Gang. Foto: Anke Capellmann

Grund für die Hängepartie waren unter anderem fehlende Nachweise über die Tragfähigkeit der gesamten Straße gewesen. Ende April stellte sich heraus, dass nur ein kleiner Teil der Straße unterspült worden war. Größtenteils ist die Mühlenstraße nach dem Gasunfall also tragfähig geblieben.

Das Gutachten bezüglich der Schuldfrage und der Ursachenforschung stehe indes immer noch aus. Die Untersuchungen würden sich aber laut Hülsemann dem Ende nähern. Der Gasnetzbetreiber habe zwar schon Informationen von der Universität Hannover erhalten, wo die Materialproben untersucht worden waren. Solange dem Unternehmen aber noch nichts Schriftliches vorliege, wolle man sich nicht äußern. Wer oder was also für die Explosion schließlich verantwortlich war, bleibt weiter unklar. Auch eine Gesamtrechnung der finanziellen Aufwendung steht indes noch aus. Für die Gemeinde Aldenhoven fielen keine Kosten an, teilt Bürgermeister Claßen mit.

Mehr von Aachener Zeitung