Linnich: Jedes Spielgerät braucht auch Platz auf dem Platz

Linnich: Jedes Spielgerät braucht auch Platz auf dem Platz

Um die Kinderspielplätze im gesamten Linnicher Stadtgebiet ist es gar nicht so schlecht bestellt. Zwar sind sie nicht allesamt gleich gut, gleich alt und gleich bestückt, aber keiner ist ein Totalausfall. Zu tun gibt es dennoch hie und da einiges, um den Platz seinen kindlichen Nutzer attraktiver zu machen.

Diese Erkenntnis ist dem Ausschuss für Familie, Jugend, Senioren und Soziales nicht fremd. Durch Bereisung oder Exkursion auf eigene Faust kennen die Kommunalpolitiker die Plätze ganz gut und wissen um den Bedarf an Spielgeräten. Der wurde in den vergangenen Jahren von der Verwaltung erfasst.

2010 schließlich wurden etliche Spielgeräte neu angeschafft, die in diesem Jahr auf dem jeweiligen Spielplatz aufgestellt werden sollen. Das aber funktioniert nicht völlig glatt. „Der Bauhof hat einige Probleme beim Aufstellen der Geräte gemeldet”, informierte jetzt Jutta Bensberg-Horn, in deren Ressort die Spielplätze fallen, den Ausschuss.

Platz voll

Rene Paffrath, Leiter des städtischen Bauhofs, erläuterte das „Problem”. Jedes Spielgerät ist vorschriftsmäßig erfasst und mit einem Aufstellmaß versehen. Das kann bei einem Größeren schon mal 10x10 Meter betragen oder mehr. „Nach oben ist da alles möglich”, sagte Paffrath. Wie sich herausstellte, passen etliche der angeschafften Klettergerüste und Wippen nicht auf den dafür vorgesehen Spielplatz.

Der Körrenziger Spielplatz ist so ein Fall. Gemessen am Flächen- und Abstandsbedarf der Spielgeräte „ist der Spielplatz voll”. Unversehens wurden die frisch gelieferte Kleinkinder-Doppelwippe und das Sitzkarussell für Körrenzig zur Verteilmasse für andere Spielplätze. Gemeinsam hatten Paffrath und Jutta Bensberg-Horn eine Verteilliste erarbeitet, die sie dem Ausschuss vorlegte. Mit einigen Änderungen wurde dieses Liste letztlich beschlossen.

Die Körrenziger Kleinkinderdoppelwippe wandert nun zum Spielplatz Römerviertel in Linnich. Der ist nicht nur der am stärksten besuchte Spielplatz überhaupt, wie Marion Schunck-Zenker (SPD) feststellte, „er hat für die ganz Kleinen eigentlich nur einen Sandkasten”. Mit der Wippe wird dieses Manko behoben, denn ansonsten gilt der Spielplatz Römerviertel als gut in Schuss und bestens ausgestattet.

Das in Körrenzig nicht aufstellbare Sitzkarussell wandert nach Floßdorf. Dort soll der Spielplatz aus dem Programm 2011 noch eine Schaukel bekommen. Allerdings sind hier die Spielgeräte nicht das Thema: „Die Lage ist alles andere als ideal”, bemerkte Ausschussvorsitzender Volker Tissen (CDU). Es deutet sich eine Standort-Diskussion an.

Zu den „Spendern” gehört auch der Spielplatz in Gevenich. Das für ihn vorgesehen Klettergerüst wird nunmehr auf dem Kernstadt-Spielplatz im Ewartsweg errichtet. Dort ist Raum genug auch für größere „Möbel”. Der Ewartsweg-Platz nimmt eine Sonderstellung ein. Dessen Umgestaltung, vorgesehen nach Abschluss der Kanal- und Straßenarbeiten im Ewart, wird der Ausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen beraten.

Nicht aus Platzgründen werden die für Hottorf gedachten Spielgeräte Kinder anderer Ortschaften beglücken. Die Federwippe etwa wird nun auf dem Spielplatz In der Krim verschraubt. Die Hottorfer Vierer-Wippe wertet den Platz in Glimbach auf.

Hottorf wird aber nicht komplett leer ausgehen, sondern bekommt 2011 noch eine Schaukel und steht für 2012 auf dem Bestückungsplan.

Im laufenden Jahr hat die Verwaltung 12.000 Euro eingeplant, mit denen neue Spielgeräte gekauft werden: eine Sitzbank für Rurdorf, eine Schaukel für Floßdorf und wie gesagt Hottorf, eine Doppelschaukel und Rutsche für Ederen, eine weitere Rutsche für Glimbach. Und wenn noch etwas Geld übrig bliebe, wird das schon sinnvoll verwendet werden, sicherte Beigeordneter Hans-Josef Corsten zu.

Sonderrolle Boslar

Einige Spielplätze sind so weit ausgestattet, dass sie in diesem Jahr nicht „auf der Agenda stehen”, wie Jutta Bensberg-Horn erläuterte. Dazu gehört auch der größte aller Spielplätze, der in Tetz nämlich.

Eine Sonderrolle nimmt der Boslarer Spielplatz ein. Er wird vom Bauhof und der Initiative Kinder im Mittelpunkt Boslar (KiMBo) gemeinschaftlich komplett überarbeitet.