Linnich: Interessantes Programm zur Matinee beim Linnicher Kultursommers

Linnich: Interessantes Programm zur Matinee beim Linnicher Kultursommers

Im Rahmen des Linnicher Kultursommers bot das Klassik-Trio ein interessantes Programm. Mareike Herrmann an der Klarinette, Agata Lukasiewicz am Klavier und Sebastian Reimann an der Viola hatten für die musikalische Matinee im Linnicher Glasmalerei-Museum ein musikalisch apartes Sujet zusammengestellt.

Das Trio für Klarinette, Viola und Klavier Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart gehört zu den Kleinodien der Werke des großen Komponisten. Den Beinamen „Kegelstatt-Trio“ verdankt es der Leidenschaft der damaligen Zeit, dem Kegeln. Mit großem Aufwand und vielen schmückenden Details waren die Kegelstätten aufgebaut und dienten der Geselligkeit.

Das Werk ist wahrscheinlich als Freundschaftsdienst für einige Musiker entstanden. Dafür spricht auch die ungewöhnliche Besetzung. Das „Kegelstatt-Trio“ lebt von seiner zerbrechlichen Heiterkeit und Unbeschwertheit und nahm die Zuhörer direkt gefangen.

Bei aller Leichtigkeit stellte es jedoch musikalisch große Ansprüche, die von den Musikern souverän erfüllt wurden. Ein sensibles, übereinstimmendes Zusammenspiel ließ die raschen Emotionswechsel, die innigen, intimen Passagen klangvoll aufblühen.

Der Stellenwert der Bratsche in ihrer weichen Altlage ist ungewöhnlich hoch, und es bedurfte eines Virtuosen wie eben Sebastian Reimann, um diesen Part so genial auszuspielen.

Brillante Pianistin

Dialogisierende Gesprächspartner waren in gleichberechtigter Form die brillant agierende Pianistin Agata Lukasiewicz, deren Klavierstimme von eigenständiger Größe war und eine klangvoll und warm ausgespielte Klarinette von Mareike Herrmann. Heiter, aber auch mal ernst, aber immer voller Harmonie und persönlichem Miteinander passte dieses Werk besonders gut zu der sommerlichen Matinee.

Farblich apart waren auch die insgesamt fünf Stücke aus „Acht Stücke für Klarinette, Viola und Klavier op. 83“ von Max Bruch. Diese romantische Musik komponierte Bruch für seinen Sohn, einen begabten Klarinettisten, der von seinem Vater Literatur für mögliche Zugaben in dieser reizvollen Besetzung erbat.

„Andante“, „Allegro con moto“, „Nachtgesang“, „Allegro Vivace“ und als Zugabe „Moderato“ gaben Einblicke in die schwelgenden Melodien der Romantik mit ihren verschiedensten Stimmungslagen. Liebevoll ausgespielte gesangliche Passagen in den einzelnen Instrumenten und klangvolles, rauschendes Zusammenspiel machten auch diesen Beitrag zu einem Hörerlebnis.

Großer Applaus dankte den drei Musikern für ein stimmungsvolles Sonntagskonzert in Linnichs guter Stube.