Jülich: Integratives IT-Unternehmen bildet Menschen mit Behinderung aus

Jülich: Integratives IT-Unternehmen bildet Menschen mit Behinderung aus

Zwölf Menschen mit Behinderung nehmen in den nächsten beiden Jahren in Jülich eine Ausbildung auf und haben bei einem erfolgreichen Abschluss am Ende eine Festanstellung in der Tasche.

Nicht mehr und nicht weniger bedeutet das Projekt „Werkstatt-Ausbildung-Beruf”, das am Montag gestartet wurde und nur durch eine erfolgreiche Geschäftsidee möglich ist. Und die verbirgt sich hinter „Europas erstem gemeinnützigem IT-Systemhaus” namens AfB laut Eigenwerbung.

AfB heißt „Arbeit für Menschen mit Behinderung”. Im Technologiezentrum Jülich befindet sich einer von vier nordrhein-westfälischen Standorten. Alle arbeiten nach dem selben Prinzip: Sie übernehmen kostenlos ausrangierte PC, Laptops, Drucker und Bildschirme von Unternehmen. Nach Test, Reparatur, Aufrüstung und Reinigung werden die Gebrauchtgeräte günstig weiter verkauft.

Der Idee gewinnt zum Beispiel der frühere NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann zwei soziale Komponenten ab: Einerseits schafft das Integrationsunternehmen Arbeitsplätze für Behinderte, andererseits helfen die preiswerten Produkte zum Beispiel einkommensschwachen Familien mit schulpflichtigen Kindern. „Das ist eine rundum gute Idee”, sagte der heutige Oppositionsführer als Schirmherr in Jülich.

Der Start des neuen Projekts mit den ersten beiden Auszubildenden, die zuvor bei den Rurtal-Werkstätten beschäftigt waren, gelingt durch Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland in Höhe von 350.000 Euro über drei Jahre. Die „Werkstatt-Wechsler” sollen so für den allgemeinen Arbeitsmarkt fit gemacht werden.