„Selbstzerstörerische Kräfte“: Kandidatensuche mit Turbulenzen bei Indener CDU

„Selbstzerstörerische Kräfte“ : Kandidatensuche mit Turbulenzen bei Indener CDU

Während zum Thema Bürgermeisterkandidat Gespräche mit dem Koalitionspartner angekündigt wurden, hat Gemeindeverordneter Elmar Gasper unter Protest die CDU-Fraktion verlassen. Er behält aber sein Mandat im Gemeinderat. „Selbstzerstörerische Kräfte“ seien am Werk.

Die Suche nach einem gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten von CDU und SPD in der Gemeinde Inden geht weiter. Der jüngst gewählte CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Matthias Hahn hat sich bereits bei den Indener Genossen gemeldet und mit Hinweis auf seine am Freitag beginnende Reise nach Israel eine offizielle Kontaktaufnahme für Ende Oktober angekündigt.

Diese Gespräche möchte die SPD erst noch abwarten. Josef Johann Schmitz ließ auf Anfrage unserer Zeitung allerdings durchblicken, dass eine Lösung in der Kandidatenfrage „in diesem Jahr noch“ gefunden werden müsse, um einen potenziellen Kandidaten rechtzeitig in der Indener Bürgerschaft bekannt zu machen.

Unterdessen hat die jüngste Mitgliederversammlung bei den Indener Christdemokraten zu ersten Konsequenzen geführt: Der Gemeindeverordnete Elmar Gasper, gleichzeitig Ortsbürgermeister in Inden/Altdorf, hat der Indener CDU-Fraktion den Rücken gekehrt, bleibt aber CDU-Mitglied und behält auch sein Ratsmandat. Zudem möchte er bis Herbst 2020 weiter Vorsitzender des Ausschusses für Gemeindeplanung und -entwicklung.bleiben.

Gasper begründet seinen Rückzug aus der Fraktion mit der Vorgehensweise bei der Kandidatensuche für die anstehende Bürgermeisterwahl. Nachdem die Union schon bei der letzten Bürgermeisterwahl gescheitert sei und gelobt habe, aus der Abstimmungsniederlage gelernt zu haben, wolle er „den drohenden Fehler nicht ein zweites Mal verantworten“.

Gasper sieht in dieser Frage im CDU-Gemeindeverband Inden „selbstzerstörerische Kräfte“ am Werk. „Ehrliche Stimmen, die für ihre Prinzipien einstehen, sind da nicht gewünscht.“

„Ära Gasper wird beendet“

Deshalb werde er am Ende der laufenden Wahlperiode seine politische Arbeit einstellen. Ohnehin habe er im Vorfeld der Kandidatenaufstellung signalisiert, dass er als Ortsbürgermeister nicht weiter zur Verfügung stehe. Nun werde er auch nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren. „Die Ära Gasper wird beendet.“

Sauer dürfte dem Christdemokraten ebenfalls aufgestoßen sein, dass er auf der Mitgliederversammlung bei der Wahl der sieben Beisitzer nicht zum Zuge gekommen ist. „Früher ist die Zahl der Beisitzer immer angepasst worden“, sei sein Mitwirken hier offenbar auch nicht mehr erwünscht, vermutet Gasper.

„Ich sehe das positiv“, reagierte Matthias Hahn, der frischgebackene Gemeindeverbandsvorsitzende, eher ungewöhnlich auf den Rückzug des Parteikollegen: „Hier ist ein Mensch, der sich selbst verwirklichen möchte. Diesen Weg müssen wir respektieren“, sagte Hahn. Ohnehin sei er der Auffassung, dass man Reisende nicht aufhalten solle.

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