Langefeld-Aussagen: „Horrorszenario“ oder reales Bild?

Langefeld-Aussagen : „Horrorszenario“ oder reales Bild?

Wie weit die Auffassungen bei Indens Bürgermeister Jörn Langefeld und weiten Teilen des Gemeinderates auseinanderklaffen, wurde einmal mehr auf der jüngsten Ratssitzung deutlich.

Die Große Koalition hatte einen Bericht von Oktober 2018 im Kölner Stadtanzeiger studiert, wo der Bürgermeister sich unter anderem zum Tagebau Inden geäußert hatte.

Dazu hatte Josef Johann Schmitz (SPD) schriftliche Anfragen gestellt, die indes in der Dezember-Sitzung des Rates nicht mehr behandelt worden waren. Für die GroKo hatten Rudi Görke (SPD) und Olaf Schumacher (CDU) beantragt, Fragen und Antworten in der jüngsten Sitzung zu erörtern. So wundert sich Schmitz über die Aussage, dass RWE durch die Verfüllung mit Wasser statt Abraum aus dem Tagebau Hambach „einige Milliarden an Kosten“ spare. Langefeld hatte hier den Aufwand für eine entsprechende Bandstraße für den Transport der Erdmassen angeführt.

Für „gefährlich in der Außenwirkung“ hält Schmitz die Aussage, dass es 40 Jahre lang Stillstand geben werde, zumal der Zeitraum von 40 Jahren in keinem Plan genannt worden sei. Olaf Schumacher regte an, in Sachen Gemeindeentwicklung „mit einer Stimme zu sprechen“. Er ist sich sicher, „dass uns der See nach vorne bringt“. Dessen Teilnutzung sei bereits ab 2035 möglich, ergänzte zudem sein Parteikollege Reinhard Marx, nicht erst ab 2045, wie von Langefeld behauptet.

„Sie malen Horrorszenarien“, warf Marx dem Bürgermeister vor, der in seiner Antwort wirtschaftliche Einbrüche durch die Schließung des Tagebaus und des Kraftwerks und dem damit verbundenen Verlust von Arbeitsplätzen vorhergesagt hat. Laut Langefeld flössen derzeit rund 1,5 Milliarden Euro von RWE in den Kreis Düren.

Wenn die wegfielen, habe das selbstverständlich Auswirkungen. Am Ende brachte der Bürgermeister den Zwist um Zitate auf einen Nenner: „Sie haben ihre Meinung, ich meine.“

(ahw)
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