Abwassergebühren in Inden falsch berechnet

Abwassergebühren : Stadt Inden will wegen falscher Abrechnungen Geld zurück

Die Verärgerung in der Bevölkerung über eine Abwassergebühr-Rückforderung der Gemeinde ist groß. Es handelt sich um einen Abrechnungsfehler.

Großer Ärger bei vielen Bürgern in der Gemeinde Inden: Ende der vergangenen Woche erreichte sie ein Schreiben der Verwaltung, in dem eine Rückzahlung für den Schmutzwasserverbrauch aus dem Jahr 2015 gefordert wird.

Das stößt – legt man die Diskussionen in einem sozialen Netzwerk im Internet zugrunde – auf mitunter großes Unverständnis. Im Schnitt muss ein Zwei-Personen-Haushalt zwischen 200 und 300 Euro zurückzahlen, entsprechende Abweichungen vor allem bei größeren Haushalten sind möglich.

Der Hintergrund ist ein Abrechnungsfehler der Gemeindeverwaltung. Im Jahr 2015 hatte das Wasserwerk Aldenhoven seinen Abrechnungszeitraum geändert, und zwar von einer Abrechnung von Jahresmitte bis Jahresmitte auf eine Abrechnung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Das hatte das Wasserwerk der Gemeindeverwaltung mitgeteilt.

Das Wasserwerk zählt den Verbrauch im Auftrag der Gemeinde, für das Erheben der Gebühren ist die Verwaltung zuständig. Um die Umstellung zu schaffen, war eine Zwischenrechnung notwendig von Mitte bis Ende 2015. Die ist 2016 aber innerhalb der Verwaltung als Jahresrechnung aufgefasst worden. So kam der falsche Rückschluss zustande, dass die Verbraucher in Inden mit ihren Abschlagszahlungen zu viel Geld gezahlt haben. Entsprechend veranlasste die Verwaltung eine Rückzahlung an die Verbraucher.

Das hat sich als falsch herausgestellt. Mit einem Ratsbeschluss gegen die Stimmen der UDB-Fraktion wurde im vergangenen Jahr festgelegt, dass die Verwaltung das irrtümlich zu viel an die Verbraucher gezahlte Geld zurückfordern muss. Das ist in der vergangenen Woche geschehen. „Dass die erste Reaktion kein Freudenschrei ist, ist verständlich“, sagte Michael Linzenich, der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters. Die Gemeinde bietet im Bedarfsfall eine zinsfreie Ratenzahlung an.

Zudem kündigte Linzenich an, dass sich die Verwaltung auch um Einzelfälle kümmern werde, beispielsweise von Verbrauchern, die erst 2015 nach Inden gezogen sind, die irrtümliche Zahlung nicht erhalten haben und jetzt trotzdem zahlen sollen. Lucherberg ist nicht betroffen, da der Ort vom Wasserwerk Langerwehe versorgt wird.

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