Aldenhoven: Indeland-Triathlon ist spannend für Aktive und „Zaungäste“

Aldenhoven : Indeland-Triathlon ist spannend für Aktive und „Zaungäste“

1717 Triathleten haben am Sonntag beim Indeland-Triathlon ihr Können unter Beweis gestellt. Nach einer Schwimmstrecke im Blausteinsee erreichten die Sportler über eine Distanz auf dem Fahrrad den Römerpark.

Vielen konnte man die Anstrengungen der letzten Stunden deutlich ansehen, als sie in der Wechselzone ihr Fahrrad tragend zu einem kleinen Platz mit ihrer Startnummer rannten, um dann nach einem Schuhwerkwechsel den Wettkampf über die Laufstecke erfolgreich zu beenden.

Dennoch wurde der Indeland-Triathlon nicht nur durch die Sportler, sondern auch durch die zahlreichen Besucher mit gestaltet.

Einer der ersten Besucher, die sich im Römerpark bereits postiert hatten, war Sue Simon. Mit Klappstuhl und Verpflegung gerüstet, wartete sie bereits am Vormittag auf den Moment, in dem die Triathletin Sonja Hille die Wechselzone erreichen würde.

„Ich freue mich auf den Augenblick, wo ich sie anfeuern kann“, sagte Simon — drei bis vier Stunden, bevor Hille diese Zone erreichen würde, wartete sie bereits am Zaun der Wechselzone. Zwischenzeitlich sei es spannend zu beobachten, wie die Teilnehmer sich anstrengen. Man könne zwischen den Triathleten richtige Unterschiede erkennen, denn manche seien richtig verbissen, während andere Hobbysportler sich in der Wechselzone mehr Zeit ließen, fachsimpelte sie.

Besonders Exoten unter den Sportlern, wie Senioren oder Menschen mit Handicap, haben es Sue Simon angetan. „Dann jubel ich den Leuten zu. Denn gerade solche Teilnehmer leisten hier sehr viel.“

Spezielles Augenmerk lag beim Triathlon auf der sogenannten „Elite“, also Wettkämpfern, die an zahlreichen Triathlons teilgenommen haben und damit sowas wir Promis ihres Sports sind.

Zurufe vom Streckenrand

Auch hier säumten enge Bekannte den Streckenrand. Darunter Johan Van Raemdonck, der in voller Radmontur auf seine Sportfreundin Steffi Jansen wartete. „Ich habe schnell gerufen, dass sie nur zwei Minuten hinter Beate Görtz, der mehrfachen Ironman-Weltmeisterin, liegt“, sagte er nach der kurzen Begegnung mit Jansen und der spannungsvollen Zeit in Ungewissheit.

Nach dem zweiten Platzn in der Königsdisziplin des Indeland-Triathlons, der Mittelstrecke, und dem Überholen von Görtz, meinte die Aachenerin und Vorjahressiegerin Jansen: „Da ich aus der Umgebung komme, haben mich heute mehr Leute angefeuert als üblich. Wenn jemand, den ich kenne, am Rand steht, spornt mich das sehr an.“

Als Simon Jung, der Vorjahressieger der Mittelstrecke bei den Männern, in die Wechselzone einlief, stellte er sein Fahrrad an den dafür vorgesehen Platz und schnappte sich die Tüte mit seinen Laufschuhen. Anstatt sich die Schuhe möglichst schnell anzuziehen und loszupreschen, nahm er sich die Zeit, um zum Zaun zu laufen, wo seine Freundin Julia Klein auf ihn wartete. Dort streifte er sich den ersten Schuh über, blickte kurz hoch, holte sich die motivierenden Worte ab, dann schnell den zweiten Schuh angezogen und ab zur letzten Etappe.

„Ich habe ihm gesagt, dass er das meiste schon gepackt hat und er den Rest auch noch schaffen wird“, lüftete Julia Klein das Geheimnis der motivierenden Zwiesprache. Sie sei selbst überrascht gewesen, dass Jung den Wechsel kurz unterbrochen habe.

Buntes Rahmenprogramm

Zwischen Zieleinlauf und Wechselzone fand am Sonntag das Festgelände seinen Platz, auf dem sich neben einigen Lebensmittelstanden auch Attraktionen wie eine Hüpfburg und Kinderschminken von RWE Power befanden. Spaß haben

Mittendrin der vierfache Familienvater Stefan Steinicke aus Aldenhoven. Er sei nicht unbedingt wegen des Triathlons hier, sondern wegen den Kindern. „Zwei sind gerade auf der Hüpfburg, die beiden anderen beim Schminken“, sagte er, deutete kurz in beide Richtungen und fügte an: „Sie erleben hier etwas und haben einfach Spaß.“

Sichtlich abgekämpft holten sich die Triathleten nach dem Ende des Events wieder ihre Fahrräder ab. Darunter Dirk Poth aus Düren, der an seinem ersten Triathlon teilgenommen hatte. „Die Organisation hier ist super und jedes Jahr werden es mehr Teilnehmer. Man kann hier nette Leute kennenlernen, die auch sportinteressiert sind. Eine tolle Sache.“

Dieser Meinung war auch Udo Biege an, der Verantwortliche für die Wechselzone und Laufstrecke. „Eine superschöne Veranstaltung. In der Umgebung gibt es zum Indeland-Triathlon kaum eine Alternative.“ Die nächste Möglichkeit, an einer Mitteldistanz teilzunehmen, gäbe es erst in Bonn.

(mio)
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