Jülich: In Papes Programm ist Musik

Jülich: In Papes Programm ist Musik

Weil seiner Ansicht nach „nur der Liebe zählt”, hat Christian Pape die Nächstenliebe Mensch und Tier gegenüber personifiziert. Viel Spaß hatten die Zuhörer, die bei Papes gleichnamigem Programm im „schönsten Kleinkunsttheater in Jülich” immer wieder in seine witzigen und pointensicheren Geschichten integriert wurden.

Pape, der zumindest seinen Geschichten nach in Wegberg-Beeck zu Hause ist, mit Silvia verheiratet und eine fünfjährige Tochter namens Amlie hat, startete „seine Showkarriere als Messdiener”. So geht es in seinen gestenreichen Ausführungen ums beschauliche Leben in der dortigen Pfarrgemeinde, wo die „Kirmes der Jakobsweg für die Sinne ist”.

Papes vermeintlich treu-doofer Assistent Stefan Bimmermann, der volle zwei Stunden in versteinerter Mimik durchhält, entpuppt sich als klasse Keyboarder, dessen „fetzige Kirchenmusik” zum schwungvollen Pop avanciert. Papes irrwitzige Beobachtungen gelangen vor allem durch ihre gelungene musikalische Umsetzung zur Geltung: So dankt er etwa der Frittenfrau auf der Kirmes mit „Currywurst zum Frühstück” mit Texten aus eigener Feder zur Melodie von „Himbeereis zum Frühstück”.

Papes Familie hat einen festen Platz in seiner Show, vor allem die übergewichtige Schwiegermutter, der er ebenfalls ein Lied gewidmet hat: „Merci, dass es dich gibt”. Ferner geht es um früher, wo Oma alles, „was schmeckt”, mit Unmengen Zucker oder Maggi würzte, oder um die Teestube als coolen Jugendtreff, wo es „alles außer Tee gab”.

„Für den Einstieg gibt es keine zweite Chance”, deshalb sind zu Beginn jeder Programmhälfte zunächst Hintergrundstimmen zu vernehmen: Pape und Stefan bereiten sich mit Toilettenbesuch oder Zahnreinigung auf ihren Auftritt vor.

„Was tut man nicht alles für Applaus!”: So testet Pape, der gerne auf der Titelseite neben Stommel „beim Spatenstich für ´ne Bushaltestelle” stehen möchte, an seinem Jülicher Publikum, welche Pointen bei einer Herrensitzung ankommen.

Allerdings sind diese auch eher für letztere geeignet. Ein Junggesellenabschied in Besinnungslosigkeit strapaziert die Lachmuskeln und verdeutlicht, wie „gute Vorsätze den Bach ´runtergehen”.

Höhepunkt ist zweifelsohne kurz vor Ende die actionreiche Imitation einer Michael-Jackson-Show samt Stefan (mit Mundschutz) als Tanzpartner. „Irgendwo auf der Welt gibt´s ja doch ein kleines bisschen Glück”, mit dem anrührenden Lied von Werner Richard Heymann als Zugabe verabschiedete sich der Newcomer.