Jülich: Improvisationstheater Springmaus glänzt mit viel Lokalkolorit

Jülich: Improvisationstheater Springmaus glänzt mit viel Lokalkolorit

In der Theaterreihe „Watt zum Lachen“ wurde das Motto zur Realität: Wer bei der Vorstellung der „Springmaus“ im PZ der Zitadelle nicht lachte, war selber schuld.

Das Ensemble versprühte ein Feuerwerk der guten Laune. Vera Passy, Gilly Alfeo, Norbert Frieling und Alexis Kara servierten mit Spielfreude, Witz, Improvisationstalent, Schlagfertigkeit und Flexibilität unter dem Schlagwort „Bombastisch romantisch“ ein Feuerwerk der guten Laune.

Romantik pur wurde schon zu Beginn zelebriert. Liebesszenen aus großen Filmen reihten sich aneinander, anschaulich dargestellt, und musikalisch passend untermalt. Das Thema „Liebe“ zog sich wie ein roter Faden durch den Abend, der aktiv vom Publikum mitgestaltet wurde. Das Ensemble bezog die Zuschauer ein, nahm Stichworte durch Zuruf auf und baute darauf Szenen auf. Spontan mussten die Akteure sich auf die neuen Situationen einstellen.

Köstlich die Szenen des „speed dating“, bei dem die unterschiedlichsten Charaktere aufeinanderprallten und die Schauspieler sekundenschnell in verschiedenste Rollen schlüpfen mussten.

Jülicher Traditionsdirndl

Große Situationskomik mit Lokalkolorit entstand, als Heidi die italienischen Eltern ihres Zukünftigen kennenlernte, wobei ihr Jülicher Traditionsdirndl für große Irritationen sorgte.

Filmgenres wie Horror, Western, Erotik, Drama, Bollywood machten eine simple Couchlieferung zu einem Bühnenereignis.

Der Besuch beim Paartherapeuten wurde durch den Einsatz des Gebärdendolmetschers zum größten Lacherfolg des Abends. Urkomisch in dieser schweißtreibenden pantomimischen Rolle zeigte sich der Erzkomödiant Alexis Kara in einer Paraderolle.

Durch genauere Kenntnisse aus der eigenen Jugend in Düren konnte Vera Passy aus dem Stichwort „Himmerich“ ordentlich Lachtränenkapital schlagen. Improvisierte Songs im Musical Charakter und perfekte Tanzeinlagen lockerten den Abend auf. Genial agierte der Mann an der Technik, der immer in Sekundenschnelle den passenden Sound einspielte.

Aus „Ministeckbriefen“ zweier Zuschauer erwuchsen die Personen, um deren Kennenlernen und Sich Finden der zweite Teil des Abends kreiste. Die Liebesgeschichte der Schäferin Svenja und des Finanzbeamten Thomas war mit Steuerbescheiden, Boxszenen, blökenden Schafen, Betrachtungen des Beamtenlebens, Kaffeetrinken und der ständig präsenten Freundin Hannelore gespickt. Natürlich war das Happyend programmiert, ebenso wie der Riesenapplaus für ein tolles Ensemble.

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