Siersdorf: Imposanter Testparcours in Siersdorf

Siersdorf : Imposanter Testparcours in Siersdorf

Der Siersdorfer Rentner Josef Clausmann hat alles im Blick auf dem weitläufigen Gelände des Aldenhoven Testing Centers (ATC) der RWTH Aachen. Und das Areal auf der Brache der ehemaligen Zeche Emil Mayrisch umfasst immerhin 45.000 Quadratmeter.

Als Mitarbeiter eines Wachunternehmens ist der ehemalige Kfz-Meister täglich im Einsatz. Mehrmals über Tag — vor allem frühmorgens — und in den Abendstunden ist Clausmann unterwegs.

Zu den Aufgaben gehören auch die Öffnung sowie die Schließung der Eingangstore und einzelner Gebäude. Trifft er „ungebetene Gäste“ — manchmal auch Erwachsene mit Kindern -, die meistens von der Westseite aus die etwas ältere Umzäunung überwinden, so gibt es dann eine freundliche Ermahnung und Aufforderung. In letzter Zeit aber, so Josef Clausmann, ist durch die Fertigstellung mit dem Rundum-Zaun allerdings mehr Sicherheit gewährleistet.

Die ATC GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Automotive Center for Industry GmbH (ACI) des Kreises Düren und der Gemeinde und der RWTH Aachen, hat mittlerweile ein Oval mit drei Fahrspuren für querkraftfreies Fahren und Geraden mit verschiedenen Straßenbelägen, eine Schlechtwetterstrecke mit unterschiedlichen Belägen (z. B. Kopfsteinpflaster) und Hindernissen, die Fahrdynamikfläche als ebene Kreisfläche mit einem Durchmesser von 200 Meter sowie eine Bremsstrecke, einen Handlingkurs und einen bewässerbaren Steigungshügel mit bis zu 30 Prozent Steigung aus dem Boden gestampft. Hauptnutzer sind die RWTH-Institute für Kraftfahrzeuge (ika), für Verbrennungskraftmaschinen (VKA) und für Regelungstechnik (IRT). Erprobt werden Fahrerassistenzsysteme, Verfahren zur Steigerung der Energieeffizienz etwa durch reduzierten Rollwiderstand oder verbesserte und neue Antriebe wie der Elektromotor. Parallel zum Ausbau des Testparcours wird „automotiveGATE“ verwirklicht. Hier sollen mit Blick auf das europäische Satellitennavigationssystem Galileo Anwendungen entwickelt und getestet werden. Um Galileo zu simulieren, senden Pseudo-Satelliten Signale aller Frequenzen. Diese insgesamt sechs Signalgeber werden an Masten in 50 Metern Höhe angebracht.

Mit Hilfe des Galileo-Systems sollen zum Beispiel Fahrzeugassistenten der „nächsten Generation“ entwickelt werden. Mit diesen sollen Unfälle präzise zu orten sein, zugleich können nachfolgende Fahrzeuge gewarnt werden.

(zts)
Mehr von Aachener Zeitung