Wilhelm Hintzen: Immer für seinen Heimatort im Einsatz

Wilhelm Hintzen : Immer für seinen Heimatort im Einsatz

Fast jeden Sonntag früh um sieben Uhr radelt Wilhelm Hintzen etwa 50 Kilometer alleine „rund um Rödingen-Höllen“. Das gleichnamige Rad-Event, ausgerichtet vom kleinsten Radsportverein im Bezirk Aachen, hatte 36 Jahre lang mit Hunderten von Teilnehmern bis 2012 die meisten hochgradigen Rennveranstaltungen.

Dazu zählten drei Qualifikationsrennen der Klassen U19 und U23 zur Zulassung der Deutschen Meisterschaften, zwei NRW- Landesverbandsmeisterschaften und zwei Deutsche Meisterschaften. Hauptverantwortlicher der Rundstreckenrennen war Wilhelm Hintzen, der 26 Jahre lang die Radsportabteilung des Sportvereins Rödingen- Höllen leitete und organisatorisch in die Fußstapfen der „Leitfigur“ Kaspar Laut trat. Nach 20 Jahren als Ausrichter der Tour wurde ihm die neun Monate dauernde Vorarbeit zu viel.

Ein Nachfolger fand sich nicht. Zeitgleich fungierte Hintzen zur zehnjährigen Amtszeit des Bürgermeisters Josef Nüßer als zweiter stellvertretender Bürgermeister und organisiert nicht zuletzt seit 18 Jahren den historischen Korneliusmarkt. Dieser erfreut sich auch im 530. Jahr seiner Ausrichtung noch großer Beliebtheit, an seiner Weiterentwicklung wird stetig gearbeitet.

Auch sonst ist Hintzen, der im Oktober 1956 in Müntz geboren wurde, rund um Rödingen, Höllen und Bettenhoven aktiv – seit er 1986 in den Sportverein Rödingen-Höllen eintrat, dessen erster Vorsitzender er viele Jahre war. „Hier bin ich zu Hause“, betont der Ortsvorsteher. Seit 40 Jahren ist er mit seiner Frau Berta verheiratet, hat einen Sohn, eine Schwiegertochter und einen Enkel. Zudem ist er Mitglied der CDU, seit 1998 im Vdk-Ortsverband Rödingen, in der St-Sebastianus-Schützenbruderschaft Rödingen, im Förderverein Synagoge und im Bürgerverein Alte Schule.

Natürlich war er Mitglied im Männergesangverein, von 1994 bis zu dessen Auflösung – grundsätzlich sind ihm alle Ortsvereine wichtig – und ist außerdem seit 1987 Mitglied beim FC Bayern München. Was treibt ihn an? „Für mich ist es eine Herausforderung, für den Ort was zu tun, ihn nach außen hin zu präsentieren. Es reizt mich, Traditionen weiterzuführen. Das kommt der Allgemeinheit zugute“.

Gemeinschaftsproduktion

Bescheiden weist der Ortsvorsteher und Macher auf das Team hinter ihm hin. „Ohne diese Menschen geht gar nichts. Letztendlich ist immer alles eine Gemeinschaftsproduktion“. Das Mädchen für alles steht allerdings auch mal um drei Uhr nachts auf, um für den Verein Arbeiten zu erledigen, bevor er um 6.30 Uhr zu seiner Arbeitsstelle in Köln aufbricht. Vor 19 oder 20 Uhr ist er gewöhnlich nicht zu Hause, falls doch, stehen noch Arbeiten für Vereine an. Abende und Wochenenden sind gespickt mit Terminen, die er als Ortsvorsteher gerne wahrnimmt, immer mit einem Lächeln auf den Lippen.

Zurück zum Korneliusmarkt am Dienstag, 17. September, 11 bis 18 Uhr: Rund um das Korneliuskapellchen, hinein in die Grade Eiche und die Klosterstraße, ins Mühlenend und in die Corneliusstraße, bis in die Traktoren- und Landmaschinenmeile im Klasend tummeln sich 51 gewerbliche und private Anbieter mit einer breit gefächerten Palette. Vereine präsentieren ihr Angebot. Neu unter den Anbietern ist ein Korbflechter, der aus Weiden vor allem Vogelhäuser oder Lampenständer fertigt. Auch die mobile Saftpresse ist dabei. Ferner tanzen Kinder aus der Kita St. Kornelius auf der Bühne am Kapellchen, wo am Nachmittag die Jülicher Sängerin und Gitarristen Virginia Lisken spielt.

(ptj)
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