40 Jahre Schlosskonzerte in Jülich: Im Kulturleben der Stadt fest verankert

40 Jahre Schlosskonzerte in Jülich : Im Kulturleben der Stadt fest verankert

Die Reihe der Schlosskonzerte kann ein beachtliches Jubiläum feiern – sie wird 40 Jahre alt. Für die Jülicher Musikbegeisterten und Freunde der klassischen Musik ist dieses Event nicht mehr wegzudenken.

Die Abo-Karten sind heiß begehrt und schnell bis auf wenige der 185 Plätze ausverkauft. Als Einzelbesucher besteht nur die Chance eine Karte zu ergattern, wenn man sich schnell des Vorverkaufs bedient oder am Konzertabend auf nicht besetzte Abo-Plätze wartet.

Trotzdem ist die Reihe ein Zuschussprojekt, das nur dank der treuen Sponsoren über die lange Zeit aufrecht erhalten bleiben konnte.

Was aber macht nun die Beliebtheit der Schlosskonzerte aus? Da kommen sicherlich mehrere Faktoren zusammen. Zunächst natürlich die Auswahl der hochkarätigen Künstler, die solistisch oder in verschiedensten Ensembles musizieren. Dann werden häufig auch selten aufgeführte Werke der Kammermusik oder besondere instrumentale Besetzungen geboten. Das Ambiente und die gute Akustik der Schlosskapelle und ihre intime Atmosphäre spielen sicherlich auch eine Rolle. Aber nicht zuletzt gebührt die Ehre des Jubiläums auch dem Jülicher Publikum, das sich mit „seiner“ Konzertreihe identifiziert und ihr treu bleibt.

Dass die Schlosskonzerte diese vielen Jahre existieren konnten, ist natürlich auch grundlegend nur möglich, wenn sich Initiatoren finden, die die vielfältigen Aufgaben verantwortlich übernehmen und die notwendigen Aufgaben erfüllen.

So sind auf dem 40-jährigen Weg einige Namen von großer Bedeutung. Georg Bischof, der als Lehrer am Gymnasium Zitadelle den Spruch prägte „Musik ist unsere erste Muttersprache“, ist der Gründer der Reihe. Verdientermaßen wird sein Engagement mit der Benennung einer Straße in Jülich geehrt.

25 Jahre waren die Schlosskonzerte als städtische Veranstaltung im Kulturamt der Stadt beheimatet. Wichtige Namen sind aus dieser Zeit Dezernent Joachim Krause, Marianne Lohmer und Gertrud Völler.

Vor 15 Jahren nahmen Susanne Trinkaus und Dr. Helmut Trinkaus, Thomas Palm, Karin Witte und Dr. Gerhard Pirug die Fäden und damit die Geschicke der Reihe in die Hand. Sie gründeten den Verein Schlosskonzerte Jülich und ermöglichten die Fortführung der Reihe mit Konzerten in verschiedensten Besetzungen. Ohne die Sonderkonzerte beläuft sich die Anzahl der Veranstaltungen auf 240 Kammerkonzerte. Die künstlerische Leitung obliegt seit vielen Jahren Susanne Trinkaus, unterstützt in den letzten Jahren durch Prof. Dr. Hans Otto Horch.

Seit zehn Jahren fungiert Dr. Rudolf Weitz als engagierter Geschäftsführer des Vereins und betreut zusätzlich die Musiker vor Ort in Jülich.

Aus Anlass des Jubiläums lädt der Verein zu einem Sonderkonzert ein. Am Samstag, 14. September, um 20 Uhr, spielt das Pasqualini-Quartett Jülich unter dem Titel „Mozarts Kammermusik mit Bläsern“ selten aufgeführte Werke. Das Quartett mit Hans Otto Horch (1. Violine), Sebastian Reimann (2. Violine), Susanne Trinkaus, (Viola) und Ulrike Zavelberg (Violoncello) musiziert das Quartett für Flöte und Streich-Trio D-Dur KV 285 (Solistin: Gerda Schwartz), das Quartett für Oboe, Violine, Viola und Violoncello F-Dur, KV 370 (Solist: Arnd Sartor) und das Quintett für Klarinette und Streichquartett A-Dur, KV 581 (Solist: Thorsten Johanns).

(hivi)
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