Jülich: Im Hexenturm: Künstlerin Gertrude Kraft geht „Mit der Zeit“

Jülich: Im Hexenturm: Künstlerin Gertrude Kraft geht „Mit der Zeit“

„Mit der Zeit“ steht als Thema über der ersten der drei für 2013 geplanten Ausstellungen des Kunstvereins Jülich. Waren es im Vorjahr drei Künstler, die ihre Werke der kunstinteressierten Öffentlichkeit im Hexenturm zugänglich machten, ist dieses Jahr der Weiblichkeit vorbehalten.

Den Beginn macht Gertrude Kraft mit Skulpturen, Objekten und Bildern, die das Thema in vielschichtiger Form aufgreifen und es dem Betrachter zur individuellen Interpretation anbieten. Als Kunsterzieherin am Mädchengymnasium ist sie in Jülich keine Unbekannte und steht auch dem Kunstverein nahe. In ihren Unterricht hat sie dessen wechselnde Ausstellungen immer wieder eingebunden und als Curriculum benutzt, Schülerinnen an die Kunst heranzuführen. Im Gespräch erklärt Gertrude Kraft am Beispiel eines im Themenkreis „Schöpfung bewahren“ entstandenen Gemäldes: „Ich male thematisch, wobei durch die angewandte Technik auch Zufälligkeiten entstehen.“

Die Künstlerin Gertrude Kraft mit ihrem Sohn Bodo Kraft.

Bei der Vernissage gab Laudator Bodo Kraft, Sohn der Künstlerin, einen erfreulich ungekünstelten Einblick in das Werk und die Arbeitsweise seiner Mutter. Frei von bemühten Fachbegriffen und gestelzten Lobesarien, wie man sie anderweitig bei Vernissagen immer wieder zu hören bekommt, konzentrierte er sich auf wissenswerte Informationen. So führte er das Augenmerk auf das Gegenständliche in den Bildern, das sich manchem Betrachter zunächst weniger erschließt: „In ihrer Malerei ist die Zeichnung als Kontur immer vorhanden.“ Weiterhin erfuhr man von der kontinuierliche Zuwendung zu „plastischen Materialien jeder Art“. Mittelpunkt der Arbeiten ist stets der Mensch, sei es in den „Drehbildern“ mit zufälligen farblichen Verläufen oder in der Wandelbarkeit des Arrangements der paarweise gezeigten Plastiken.

Als wichtigen Aspekt der Exponate erwähnte Bodo Kraft die Darstellung der „Wandlung im Lauf der Zeit“ mit dem zwangsläufig einhergehenden Alterungsprozess. Die Ausstellung ist bis zum 24. März an Samstagen und Sonntagen jeweils von elf bis 18 Uhr geöffnet.

(jago)
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