Hohlraum unter Friedrich-Ebert-Straße in Jülich ist alter Bachlauf

Sperrung in Jülich aufgehoben : Hohlraum unter Friedrich-Ebert-Straße ist alter Bachlauf

Die Sperrung der Friedrich-Ebert-Straße im Jülicher Heckfeld ist am Freitagnachmittag wieder aufgehoben worden, der Verkehr wird über den Parkplatzstreifen geführt.

Am Donnerstag hatte die Verwaltung stadteinwärts aus Sicherheitsgründen die Durchfahrt blockiert. Bei Erdarbeiten war ein zunächst mysteriöser und recht großer Hohlraum im Untergrund entdeckt worden. Bei einer genauen Kontrolle am Freitag entpuppte sich der Graben als früherer Bachlauf, der vor Jahrzehnten wohl nicht verfüllt worden ist. Das sagte Stefan Sistemich, stellvertretender Leiter des Tiefbauamtes gegenüber unserer Zeitung.

Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung glauben, dass es sich um einen früheren Mühlenteich-Lauf handeln könnte, denn die Ränder sind in Beton gefasst.

Bei Erdarbeiten im Auftrag der Stadtwerke wurde der Hohlraum entdeckt und der Bereich (Mitte) etwas weiter geöffnet. Foto: Volker Uerlings

Im Auftrag der Stadtwerke Jülich laufen in dem Bereich derzeit Tiefbauarbeiten, keine 300 Meter vom Hallenbad entfernt. Dabei fiel den Arbeitern des beauftragten Tiefbauunternehmens etwa in der Mitte des Grabens eine Öffnung auf, die sich von der Gehwegseite zur Straßenmitte erstreckt – auf rund fünf Metern, wie vom Jülicher Tiefbauamt zu erfahren war. Dieser Hohlraum im Untergrund sollte nach ersten Schätzungen gut 80 Meter lang sein, erstrecke sich aber de facto auf zehn Meter Länge und einem Meter Tiefe.

Um eine Unterspülung als Ursache auszuschließen, erfolgt laut Stefan Sistemich am Wochenanfang noch eine Untersuchung des Kanals. Die bisherigen Indizien deuten aber nicht darauf hin, sondern werden von den Fachleuten, die mittels Kamera den Hohlraum untersucht haben, eben als früherer Bachlauf eingestuft.

Vorerst gesperrt: Bis die Tragfähigkeit Friedrich-Ebert-Straße im Jülicher Heckfeld nachgewiesen, in deren Untergrund eine Art Graben verläuft, darf kein Durchgangsverkehr über die Fahrbahn rollen. Foto: Volker Uerlings

„Wir werden die Sperrung wieder aufheben und den Verkehr über den Parkplatzstreifen führen“, sagte der stellvertretende Tiefbauamtsleiter am Nachmittag. Wenn auch die Untersuchungen der Kanalisation abgeschlossen sind und sich der Verdacht bestätigt, werde der Hohlraum mit sogenanntem „Flüssigboden“ verfüllt. Das ist ein Sand-/Lehm-/Wasser-Gemisch, das recht schnell Stabilität gewährleistet, aber bei Bedarf auch recht leicht wieder entfernt werden könne, so Stefan Sistemich.

Die Fachpolitiker im Jülicher Rathaus hörten von dem Hohlraum am Ende der Sitzung für Planung, Umwelt, Bauen am Donnerstagabend. Das reagierten einige mit besorgten Gesichtern, denn ein solcher Schaden kann durchaus teure und langwierige Folgen haben, wie das Beispiel Renkerstraße im Dürener Ortsteil Niederau zeigt. Dort war der Hauptabwasserkanal eingestürzt. Seine Erneuerung wird noch bis Ende 2019 dauern.

In Jülich scheint ein solch schlimmer Fall zum Glück nicht eingetreten zu sein.

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