Aldenhoven: Hobby-Kicker erfüllt Haus Berg mit Leben

Aldenhoven: Hobby-Kicker erfüllt Haus Berg mit Leben

Auf den eisernen Mauerankern am hohen Giebel zum Kapellenplatz hin ist das Jahr der Erbauung erkennbar: 1667. Damit dürfte dieses nach dem Dreißigjährigen Krieg entstandene Gebäude an der Ecke Kapellenplatz - Kapuzinerstraße das älteste bewohnbare Haus Aldenhovens sein.

Dass es bei diesem Alter auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken kann, ist allzu verständlich. Im Ursprung war das Gebäude Teil eines Klosters. Die Auffindung des Gnadenbildes im Jahre 1654 und die damit in Verbindung gebrachten Wunderheilungen in den Folgejahren führten zu Pilgerfahrten nach Aldenhoven.

Der steigende Zustrom veranlasste den Landesherrn Pfalzgraf Philipp Wilhelm im Jahre 1659 den Jülicher Kapuzinern die Betreuung der Pilger aufzuerlegen. Diese errichteten 1661 hier ein Filialkloster, welches, wie Günter Bers in „das Miraculöß Mariae bildlein zu Aldenhoven” feststellt, „das Jülicher Mutterhaus bald an Größe und Bedeutung übertreffen sollte”.

Ein Gebäudeteil dieses Klosters, welches nur wenige Schritte von der inzwischen erbauten Gnadenkapelle entfernt liegt, ist eben dieses „Haus Berg”, als das es die Alt-Aldenhovener kennen. Das Kloster fiel natürlich im Zuge der französischen Besetzung im Jahre 1802 unter die Säkularisation; das Kapuzinerkloster wurde aufgelöst.

Jakob Bergs Gaststätte

Später richtete hier ein Jakob Berg eine Gaststätte ein. Da in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges die Aldenhovener Kirche total zerstört worden war, wurde Haus Berg zur Notkirche umfunktioniert. Danach machte Josef Berg, ein Sohn von Jakob, hier den Betriebssitz für sein Tiefbauunternehmen.

In den Folgejahren erwarb die Raiffeisenbank Aldenhoven das Haus Berg und erweiterte hiermit ihre im Nebengebäude gelegene Hauptstelle um diese Räumlichkeiten und richtete im Untergeschoss einen kleinen Sitzungssaal ein. Mit dem Neubau der Raiffeisenbank im Jahre 2006 wurde Haus Berg im Wesentlichen entbehrlich und Anfang des Jahres ganz geräumt.

Neue Eigentümerin ist die NKB Invest AG, die inzwischen im Obergeschoss des gründlich renovierten Altbaus ihre Geschäftsräume eingerichtet hat. Dort arbeitet Geschäftsführer Ralf Kämpfer. Zum Unternehmen gehören Loewe Messebau, Loewe Werbung und der „Jugendförderkreis in Freizeit- und Breitensport”.

Der ehemalige aktive und heutige Hobby-Fußballer, der seine erste Ballberührung beim FC Inde Hahn hatte, hat diesen Förderkreis gegründet, um mit Hilfe seiner zahlreichen Geschäftsverbindungen den Amateursport und ganz besonders den nach seiner Meinung „stiefmütterlich behandelten” Jugendsport zu unterstützen.

In den unteren Räumen des Hauses Berg, die zurzeit mit großem Aufwand gründlich isoliert und renoviert werden, will Kämpfer ein Café und Bistro einrichten. Nach seiner Konzeption soll es ein Begegnungszentrum für Jung und Alt, Frauen und Männer, für Raucher und Nichtraucher sein, wie er sagt. Es soll etwas Besonderes sein und glaubt, hierfür einen Einzugsbereich von etwa 30 Kilometern zu haben. Damit soll wieder Leben in die Dorfmitte dicht neben Gnadenkapelle und Kirche kommen.

Er ist davon überzeugt, dass seine Vorstellungen umgesetzt werden und sein Café/Bistro am Kapellenplatz 11 in der Weihnachtszeit seine Türen öffnen wird.