Pfeifer&Langen: Historischer Rekord in der Jülicher Zuckerfabrik

Pfeifer&Langen : Historischer Rekord in der Jülicher Zuckerfabrik

Die noch laufende Rübenkampagne ist eine historische, denn es ist die erste nach Auslaufen der EU-Zuckermarktordnung. Nach seinem klaren Bekenntnis zur Zuckerrübe vor zwei Jahren hatte das Kölner Unternehmen Pfeifer&Langen (P+L) schon frühzeitig seine Claims abgesteckt und Lieferverträge mit Rübenbauern abgeschlossen, die daraufhin ihre Anbauflächen ausgedehnt haben.

Im Einzugsgebiet der 1880 gegründeten Jülicher Zuckerfabrik auf rund 20.000 Hektar. Ausgerechnet zum Einstieg in die „neue Zuckerwelt“ sind günstige Witterungsbedingungen und -verlauf hinzugekommen, die dazu geführt haben, dass im Jülicher Werk von P+L am Freitag eine Schallmauer durchbrochen wurde: zwei Millionen Tonnen Zuckerrüben sind bislang angeliefert worden. Die bisherige Rekordmarke datiert aus der Kampagne 2014/15, als in der Zuckerfabrik gut 1,9 Millionen Tonnen Rüben verarbeitet wurden.

„Hervorragende Teamleistung“

„Wir haben noch nie eine so stabile Verarbeitung gehabt wie in dieser Kampagne“, sagte Heinz Leipertz, Leiter Landwirtschaft aller rheinischen Werke von P+L, während die Standortleiter Ulrich Palandt (kaufmännische Verwaltung) und Jens-Peter Wegner (Technik) die „hervorragende Teamleistung“ der Belegschaft im Werk Jülich hervorheben. Darin eingeschlossen sind Maschinenringe und Lohnunternehmen.

Neben den guten Massenerträgen pro Hektar kommen in dieser Kampagne noch hohe Zuckerwerte von durchschnittlich 17,8 Prozent, die dazu führen, dass in Jülich die Weißzucker-Silos sowie die Dicksaft-Tanks gefüllt werden.

Die Standortleitung mit (v.l.) Jens-Peter Wegner (Technik), Heinz Leipertz (Landwirtschaft) und Ulrich Palandt (Finanzverwaltung) freut sich über zwei Millionen Tonnen Zuckerrüben, die bislang geliefert worden sind. Foto: Wolters

Sehnsüchtig wird von den Verantwortlichen im Werk auf die Fertigstellung der neuen Silo-Anlage gewartet, die über eine Kapazität von 45.000 Tonnen Weißzucker verfügt. Sie soll bei der Dicksaft-Kampagne im Frühjahr in Betrieb genommen werden.

Während die Rübenanlieferung bis in die nächste Woche hinein weitergeht, wissen die Landwirte noch nicht genau, inwieweit sich die gute Ernte für sie auszahlen wird. Welche Preise sie überhaupt für ihre Feldfrüchte erlösen werden, richtet sich nämlich nach dem Marktpreis für Zucker — auch eine Folge des Auslaufens der Marktordnung, der noch Garantiepreise vorsah, gleichzeitig aber Quoten vorgab.

Nun herrscht auf dem Zuckermarkt das freie Spiel der Kräfte, wobei sich die Preise nach Angebot und Nachfrage bilden. Das beinhaltet für die Erzeuger Chancen und Risiken. Was ihre Rübenlieferungen letztlich in klingender Münze einbringen, werden sie erst bei der Endabrechnung im April erfahren. Immerhin haben sie die Gewähr, dass sich all die Mehrrüben, die im vergangenen Jahr auf ihren Äckern gewachsen sind, in der Endabrechnung als positive Erlöskomponente erweisen werden.

Mehr von Aachener Zeitung