Frenz: Hinweise auf eine bewegte Geschichte in Frenz

Frenz: Hinweise auf eine bewegte Geschichte in Frenz

„Wir wollten zeigen, welche durchaus bedeutende Historie hinter unserem sonst so unscheinbaren Ort Frenz steckt.“ Das sagten „Dorfhistoriker“ Franz-Josef Linnartz und Ortsvorsteherin Hella Rehfisch (Grüne) bei der Vorstellung von zehn historischen Infotafeln.

Die Idee, an verschiedenen Stellen im Dorf, die einst von historischer Bedeutung waren, Infotafeln aufzustellen, entstand während einer Diskussionsrunde der Dorfgemeinschaft Frenz zum Thema „Unser Dorf hat Zukunft“. Unter Beteiligung vom Direktor des Indener Tagebaus, Dr. Andreas Wagner, wurden die Schilder, die von Franz-Josef Linnartz und Peter Bauer aufgestellt wurden, nun ihrer Bestimmung übergeben. Die Tafeln selbst wurden mit Spenden an die Dorfgemeinschaft finanziert, die Rahmengestelle ließ RWE Power in seiner Ausbildungswerkstatt in Weisweiler bauen. Das übernahmen die Lehrlinge Timo Leichhardt und Yannik Wallraff, die mit ihrem Ausbildungsleiter Stefan Milz zur Einweihung an der Alten Schule gekommen waren.

Frenz wurde erstmals in einer Urkunde vom 13. April 1104 erwähnt. Das Geschlecht der Herren von Frenz stammt ursprünglich aus der belgischen Provinz Limburg uns siedelte sich auf Gelände der Alten Schule, gegenüber der Kirche, an. In verschiedenen Urkunden tauchen während der Zeit von 1237 bis 1303 die Gebrüder Wilhelm, Harper und Wirich von Frenz mehrfach auf. Herausragender Höhepunkt dieser Zeit: Am 9. Mai 1263 wurde Wilhelm II. von Frenz in den Bürgerstand der Stadt Köln erhoben. Zur damaligen Zeit war dies eine besonders hohe Auszeichnung.

Während der Dynastie der Edelherren von Frenz gehörten nicht nur sechs „Manngüter“ zu ihrem Besitz, sondern auch drei Jahrzehnte lang die Besitzrechte der Stadt Stolberg und Setterich. Im 14. Jahrhundert gingen Ort und Besitztum in Frenz an das Fürstengeschlecht Merode über und blieb dort bis 1825 in adeligem Besitz. Die Fürsten von Merode waren es auch, die im Tal der Inde ein Wasserschloss erbauen ließen. Leider ist dieses Schloss im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, der spätere Eigentümer, die damalige Rheinbraun AG, ließ die Reste in den 1960er Jahren abtragen. Heute zeugen nur noch das vom Verfall bedrohte Kapellchen, das ehemalige Gesindehaus und die noch vorhandenen Stallungen von dem einmal 32 500 Quadratmeter großen Burgareal.

„Diese Schilder kommen bei der Bevölkerung und Besuchern sehr gut an“, betonte Hella Rehfisch. Viele Radfahrer blieben interessiert an den Infotafeln stehen. Es ist geplant, noch fünf weitere Infotafeln aufzustellen. Darüber hinaus will die Dorfgemeinschaft eine Broschüre über die Ortshistorie herausgeben, die an alle Einwohner und Neubürger verteilt werden soll, so Rehfisch. Bei Franz-Josef Linnartz ist ab der kommenden Woche das von ihm und seinem Sohn Christian seit 2006 geschriebene, umfangreiche Buch über die Ortschaft Frenz zu erwerben.

(dol)
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