Jülich: Hilfe gegen die Übergriffe des Partners

Jülich: Hilfe gegen die Übergriffe des Partners

Aktuelles Thema: Gewaltprävention. Nach den Ereignissen in Köln fordern Politiker unterschiedlicher Parteien Sicherheitskonzepte im öffentlichen Raum. Ins Hintertreffen gerät die Tatsache, dass Gewalt auch hinter geschlossenen Türen stattfindet — in den eigenen vier Wänden. Wer kümmert sich in diesen Fällen? Schutz und Hilfe bietet die Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ in Jülich.

Maria Brenner, Diplom-Sozialarbeiterin und Ansprechpartnerin bei häuslicher Gewalt, steht Frauen mit Gewalterfahrung zur Seite. Gewalt ist das, was Frauen und Kinder als Gewalt empfinden, steht auf einem Flyer, den der Runde Tisch gegen Gewalt an Frauen des Kreises Düren herausgegeben hat.

Aus allen Gesellschaftsschichten

Gewalt ist, wenn Frauen in ihrer Beziehung beleidigt oder erniedrigt, bedroht, geschlagen, kontrolliert, zum Sex gezwungen oder an der Trennung gehindert werden. Die Täter kommen aus allen Gesellschaftsschichten, üben unterschiedliche Formen der Gewalt aus. Brenner gibt Beispiele: „Es gibt Frauen, die gehen arbeiten, müssen aber ihr Einkommen an den Mann abgeben und um Haushaltsgeld bitten“.

Sie werden gezwungen, jede Ausgabe nachzuweisen. Oder: Der Partner kontrolliert sie auf Schritt und Tritt, isoliert sie von Freunden und Familie. Bei vermeintlichem Fehlverhalten reagiert er mit Wutausbrüchen oder körperlicher Gewalt. Der Täter entschuldige sich häufig nach seinem Ausbruch, sei anschließend besonders aufmerksam, die Frau schöpfe Hoffnung, halte aus Verantwortungsgefühl an der Beziehung fest. So oder ähnlich nimmt die Gewaltspirale an Dynamik zu.

Kommt es zu einem Polizeieinsatz, kann der Täter für zehn Tage der Wohnung oder des Hauses verwiesen werden, wenn davon ausgegangen wird, dass sich die Gewalt wiederholt. Ist die Frau mit einer Beratung einverstanden, informiert die Polizei „Frauen helfen Frauen“. Brenner versucht einen Erstkontakt herzustellen, bietet kostenfreie und vertrauliche Gespräche und Hilfe an. Wenn Frauen präventiv den Kontakt suchen, sei das oft der Punkt, dass die Gewalt des Partners auch auf die Kinder überschlägt, weiß die Diplom-Sozialarbeiterin aus jahrelanger Erfahrung. Hier ist die Grenze des Erträglichen erreicht.

Brenner begleitet die Frau auf ihrem Weg, egal ob sie sich für eine Trennung entscheidet oder die Beziehung weiterführen möchte. In Gesprächen hilft sie, einen Sicherheitsplan zu erstellen, sie stärkt das Selbstwertgefühl, zeigt Perspektiven auf und gibt Tipps, dass es wichtig sei, einen Notfallkoffer zu packen, Nachbarn und Freunde als Vertrauenspersonen einzubeziehen, Codewörter mit Freunden für den Notfall zu vereinbaren, damit diese im Ernstfall die Polizei alarmieren können. Unter Umständen sei es ratsam, ein Frauenhaus aufzusuchen. Im Trennungsfall ist eine anwaltliche Beratung zur Klärung der Unterhaltsfragen sinnvoll.

Kontakt: info@frauenberatungsstelle-juelich.de oder Telefon 02461/935462.