Jülich: „Herr Miesepeters“ mit ehrlichen Songs im Kulturbahnhof

Jülich : „Herr Miesepeters“ mit ehrlichen Songs im Kulturbahnhof

Musik, die ankommt: Emotional, akustisch und auf deutsch. Mal geht es um Alltag, mal schwingt auch Kritik an Gesellschaft und Politik mit. „Herr Miesepeters“ überzeugen mit ehrlichen und eigenen Songs im Kulturbahnhof.

Mit einer Stilrichtung irgendwo zwischen Punk und Indie überzeugte „Herr Miesepeters“ mit selbst geschriebenen, deutschen Songs im Jülicher KuBa. „Herr Miesepeters“ sind Tobias Peters (Gesang, Gitarre), Simon Jülicher (Gesang, Gitarre, Cajon) und Merlin Knaps (Gesang, Bass).

Den Auftakt bildete „Cosmo Thunder“ alias Dominik Wagenführ, der Als Ein-Mann-Band mit Akustik-Gitarre seine Songs präsentierte. Ehrlich und emotional sang er vom Alltag, von Problemen und dem Anders-Sein. Mit Herzblut stand er hinter seiner Musik und reiste für den Auftritt sogar 400 Kilometer aus Wittingen bei der Lüneburger Heide an.

Mit starker Stimme und viel Energie auf der Gitarre unterstrich er, dass es sich gelohnt hat. „Die Musik ist für mich ein Ventil“, sagte Wagenführ. Das ließ er seine Zuhörer auch spüren.

Danach war es Zeit für „Herr Miesepeters“. Gegründet im Jahr 2014 leben sie gemeinsam ihr größtes Hobby aus. Um die genaue Stilrichtung geht es ihnen nicht, sondern um die Aussage dahinter — einfach und geradeaus. „Die Songs entstehen in der Probe, wenn wir einfach ausprobieren und spontan loslegen“, sagte Merlin Knaps.

Mit Songs wie „Mehr oder nichts“, „Alles hat seine Zeit“, „Da Vinci“ oder „Ich gegen den Rest“ drückten sie das aus, was sie bewegte — persönlich oder auch gesellschaftlich.

Ihr Markenzeichen ist, dass sie ausschließlich akustisch spielen. „So kann man auch mal in Bars oder Kneipen spielen ohne viel Technik aufbauen zu müssen“, sagte Tobias Peters, aus dessen Nachname sich auch der Bandname ergeben hat.

Bereits in einer vorigen Band aktiv gewesen, tat er sich mit Simon Jülicher zusammen, und vor einem Jahr holten sie ihr letztes Bandmitglied hinzu. Aus Bourheim, Körrenzig und Broich kommend ist der KuBa für „Herr Miesepeters“ quasi Heimat.

Begeistert waren die Zuhörer nicht nur von den Songs, die ehrlich und klar den Funken überspringen ließen, sondern auch von der Harmonie des Trios. Während Tobias Peters mit ausdrucksstarker Stimme den Worten Bedeutung verlieh, komplettierte sie Merlin Knaps dann mit der tiefen Bassmelodie.

Simon Jülicher überzeugte vor allem mit seinem Multi-Tasking zwischen eingängigen Rhythmen auf der Trommel oder dem Cajon, einzelnen Melodien auf der E-Gitarre oder auch der Melodica.

Ein Album wollen die drei „Miesepeters“ auch noch rausbringen —wann das passieren soll, lassen sie allerdings noch offen. Sicher ist nach der Resonanz zu urteilen allerdings schon, dass es gut werden wird.

(bro)
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