Ein Virtuose am Klavier: Heribert Koch gibt ein Konzert in der Schlosskapelle Jülich

Ein Virtuose am Klavier : Heribert Koch gibt ein Konzert in der Schlosskapelle Jülich

Der Klavierabend mit Heribert Koch in der Schlosskapelle versprach schon in der Ankündigung einige Besonderheiten. Dem Pianisten aus Langerwehe, der sich als Virtuose am Klavier, aber auch als Lehrer und Mentor vieler Schüler international einen Namen gemacht hat, ist es ein Anliegen, selten gespielte Musik dem Publikum nahe zu bringen.

Seine „Lecture Recitals“, in denen er immer wieder besondere Werke in seiner Moderation vorstellt und dann zu Gehör bringt, sind faszinierend. Mit Anekdoten gespickt und literarischen Quellen unterlegt, waren auch seine Erläuterungen in der Schlosskapelle. Die Verknüpfung der Kompositionen und ihrer Schöpfer verdeutlichte er schon bei dem ersten Beitrag des Abends, der Orgelphantasie und Fuge g-Moll BWV 542 von Johann Sebastian Bach, in einer Transkription für Klavier solo von Franz Liszt.

Das geniale Werk erhält bei der Zuweisung der Pedalstimme an die linke Hand dennoch alle übrigen Stimmen in ihrer Originalität, ein kompositorisches Kunstwerk, das die großen Orgelwerke Bachs in großer Authentizität reproduziert. Heribert Koch gelang es, bei der Wiedergabe eine „orgelmäßige“ Klangwirkung in freierer Form zu erzielen.

Die Kompositionen von Carl Reinecke, der lange Jahre in Leipzig wirkte, bestechen durch feingebildete Formen und poetischen Charakter. Die drei vorgetragenen der insgesamt 16 Phantasiestücke op. 202 „Von der Wiege bis zum Grabe“ trugen die Bezeichnungen „Kinderträume, Abendsonne und Ad Astra“. Sie wurden mit großem musikalischen Ausdruck und detaillierten Feinheiten von dem Pianisten vorgestellt.

Blühende Melodik erwartete die Zuhörer bei dem Adagio aus dem Klavierkonzert A-Dur KV 488 von Wolfgang Amadeus Mozart, in einer Transkription für Klavier solo von Carl Reinecke. Das Siciliano des Satzes ist voller Melancholie und Innerlichkeit und spiegelt tiefste Empfindungen wider.

Technisch versiert

Die Sonate h-moll von Franz Liszt ist von symphonischen Ausmaß und stellt eine große Herausforderung für den Künstler dar. Höchstes Können bewies Heribert Koch bei diesem Werk.

Dank seiner genialen technischen Versiertheit gelang es ihm, die pianistische Herausforderung wie selbstverständlich zu meistern und so der musikalischen Interpretation und den spannenden Bögen des Werkes den nötigen Rahmen und Raum zu geben.

Die Zuhörer, die mit Heribert Koch am Flügel einen großartigen Pianisten und Moderator erleben durften, dankten mit großem Applaus für einen begeisternden Konzertabend.

(hivi)
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