Jülich: Helmholtz-Gemeinschaft: Bewerbungen des Forschungszentrums erfolgreich

Jülich: Helmholtz-Gemeinschaft: Bewerbungen des Forschungszentrums erfolgreich

Im diesjährigen Auswahlverfahren für das internationale Postdoktorandenprogramm der Helmholtz-Gemeinschaft waren alle vier Bewerbungen aus dem Forschungszentrum Jülich erfolgreich. Insgesamt wurden 19 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgewählt.

Sie erhalten - verteilt auf drei Jahre - eine Förderung von jeweils 300.000 Euro. Die Hälfte der Summe steuern die gastgebenden Institute bei. Das 2012 aufgelegte Programm richtet sich an Nachwuchsforscher, die in den vergangenen zwölf Monaten eine herausragende wissenschaftliche Promotion im In- oder Ausland abgeschlossen haben. In diesem Jahr reichten die Zentren 28 Bewerbungen ein. In der Endrunde konnten elf Wissenschaftlerinnen und acht Wissenschaftler überzeugen. Zu den Jülicher Nachwuchsforschern, die sich im Bewerbungsverfahren durchsetzten, zählt Dr. Anja Klotzsche.

Die Wissenschaftlerin vom Institut für Bio- und Geowissenschaften wurde in diesem Jahr bereits mit dem Helmholtz-Doktorandenpreis ausgezeichnet. Ihre Forschungsarbeit in den nächsten drei Jahren soll einen wichtigen Beitrag leisten, um hochaufgelöst und präzise darstellen zu können, welchen Einfluss klimarelevante Torfmoor- und Permafrost-Böden auf die Emission des Treibhausgases Kohlendioxid haben. Dabei spielen hydrologische und biochemische Eigenschaften des Untergrundes eine wichtige Rolle. Am Peter Grünberg Institut erforscht die polnische Physikern Dr. Ewa Mlynczak den Zusammenhang zwischen der fundamentalen elektronischen Struktur und der elektrischen Leitfähigkeit von neuartigen magnetischen Dünnschichtsystemen.

Das Ziel dieser Studien innerhalb des jungen Forschungsgebietes der Spin-Orbitronics ist es, den quantenmechanischen Effekt der Spin-Orbit-Kopplung zu untersuchen und auszunutzen. Innerhalb der zu untersuchenden Strukturen wird es möglich sein, die Magnetisierung der Dünnschichten mit Hilfe eines elektrischen Stromes zu manipulieren. Dieses Konzept ist von großem Interesse für die Entwicklung energieeffizienter Speichermedien der Zukunft auf Nanometer-Längenskala.

Ebenfalls am Peter Grünberg Institut arbeitet der Spanier Dr. Julen Ibanez-Azpiroz an der Verbesserung eines langjährigen Modells aus der physikalischen Theorie. Das Ziel seines Projektes ist es, dieses Modell um den Einfluss der Fluktuationen von Elektronenspins auf magnetische Materialeigenschaften zu erweitern. Das bisherige Modell hat diese nicht berücksichtigt, das könnte ein Grund dafür sein, dass es manche Nanomagneten nur unzureichend beschreibt und magnetische Eigenschaften voraussagt, die sich experimentell nicht messen lassen. Auch die Bewerbung von Dr. Derya Baran war erfolgreich.

Die junge Wissenschaftlerin mit türkischen Wurzeln forscht im Bereich der Organischen Photovoltaik - also an Solarzellen, die aus Kunststoffen bestehen, die preisgünstig hergestellt und zum Beispiel wie eine Folie aufgebracht werden können. Sie arbeitet an verbesserten Verfahren der Qualitätskontrolle. Mit dem Förderprogramm verfolgt die Helmholtz-Gemeinschaft das Ziel, Nachwuchswissenschaftler dabei zu unterstützen, sich in ihrem Forschungsgebiet zu etablieren und so ihre wissenschaftliche Kompetenz effektiv auszubauen.. In der Anfangszeit bekommen die Postdocs einen Mentor oder eine Mentorin zur Seite gestellt. Mithilfe der finanziellen Förderung können die jungen Forscher vor allem ihre eigene Stelle, gegebenenfalls auch die einer technischen Assistenz, sowie ihre Dienstreisen finanzieren.

Außerdem sollen sie als Teil des Programms einen Auslandsaufenthalt absolvieren, dessen Ziel und Inhalt sie selbst bestimmen können. Darüber hinaus können sie Weiterbildungsangebote der Helmholtz-Akademie für Führungskräfte in Anspruch nehmen und somit ihre Managementkompetenz ausbauen.

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