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Jülich: Haus Overbach protestiert wegen Mehrbelastung

Jülich : Haus Overbach protestiert wegen Mehrbelastung

„Das ist eine unmögliche Sache, weil die Politik versprochen hat, bei der Bildung nicht zu kürzen.”

Heinz Lingen, Leiter des Gymnasiums Haus Overbach, ist sauer auf die Landesregierung, da diese offenbar an der Erhöhung des Eigenanteils der Ersatzschulen von 6 auf 7,5 Prozentpunkte im Jahre 2005 festhalten will. Diese Absicht hat jedenfalls die SPD in einer Haushaltsklausur bekräftigt.

„Die Steigerung um 1,5 Prozentpunkte hört sich harmlos an. Gemessen an unserem Finanzierungsanteil bedeutet dies aber eine Steigerungsrate um 25 Prozent. Uns würden 50.000 Euro fehlen.”

Prozinzial Leo Vieten (Oblaten vom Heiligen Franz von Sales) erklärte auf Anfrage, dass sein Orden dieses Geld wohl nicht aufbringen könne. Aus gutem Grunde habe man ja erst im September mit dem Kreis Düren und den umliegenden Gemeinden, aus deren Beritt Schüler die Barmener Bildungsstätte besuchen, einen Vertrag geschlossen, der einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 150.000 Euro vorsieht.

„Das Vorgehen des Landes ist kontraproduktiv. Wir kämpfen weiter”, hofft der Gottesmann, dass sich die Politik doch noch eines Besseren belehren lässt.

Auch Lingen setzt auf Einsicht gerade der Landtagsabgeordneten aus der Region, bei denen man ganz genau hinsehen wolle, wie diese sich bei den weiteren Lesungen des Gesetzesvorhabens verhalten und letztlich abstimmen.

Lingen sieht die Gefahr, dass das fehlende Geld möglicherweise von den umliegenden Kommunen aufgebracht werden müsste.

Der Overbacher Schulleiter hat bereits eine Unterschriftenaktion initiiert, die schon etliche ausgefüllte Listen einbrachte. „Die Landesregierung will im Schnellverfahren die Mittel der freien Schulen drastisch reduzieren. Wir fordern den Landtag auf, diese Gesetzesvorlage abzulehnen”, heißt es dort unter anderem.

Wer sich dieser Protestwelle anschließen möchte, kann dies per Fax unter 02461/ 930-399 tun oder dem Gymnasium Haus Overbach eine Protestnote mailen: mailto:haus.overbach@fh-aachen.de

Beides wird der Unterschriftenliste beigefügt. Unabhängig davon wird das Haus Overbach ab 2004 die Eltern um Spenden bitten, um „Drittmittel” aufzubringen. Dies sei eine freiwillige Leistung und kein Schulgeld, stellt Lingen klar.

Eine Stellungnahme des Mädchengymnasiums, das ebenfalls von der Steigerung des Eigenanteils der Ersatzschulen betroffen wäre, war am Mittoch nicht zu bekommen; ebenso wenig war der Schulträger in Köln zu erreichen.