Haus Dohr in Altenburg wird 25 Jahre alt

Andalusiergestüt : Haus Dohr in Altenburg wird 25 Jahre alt

Das Andalusiergestüt Haus Dohr in Altenburg feiert sein 25-jähriges Bestehen. Am Sonntag können Besucher die Anlage kennenlernen.

Eingebettet zwischen dem Mühlenteich, grünen Feldern und einem schattigen Wäldchen liegt das idyllische Andalusiergestüt Haus Dohr in Altenburg. „Wenn schon Land, dann richtig Land“, sagt Dr. Klaus Scharmer, Besitzer des Gestüts, lächelnd. Hier werden schon seit 25 Jahren von ihm reinrassige spanische Pferde, die Pura Raza Española, oder umgangssprachlich „Andalusier“, gezüchtet. Dies wird diesen Sonntag auch gefeiert.

Ursprünglich hat der Pferdeliebhaber zwei Stuten in Spanien erworben, aus denen ein ganzer Zuchtbetrieb mit samt Hengststation entstanden ist. Sehr stolz ist der vom spanischen Stutbuch anerkannte Betrieb auf seine reinrassigen Kartäuser, eine Zuchtlinie der Andalusier. Das Gestüt Haus Dohr hat Interessenten und Käufer aus ganz Europa. Zurzeit beherbergt es etwa 20 Tiere, davon acht Zuchtpferde.

Mit dem Hof hat der frühere Ingenieur nach seiner Rente schließlich sein Hobby zum Beruf gemacht und so seine Leidenschaft ausgelebt. Als Student ist Scharmer selbst in Karlsruhe am Reitinstitut der „Egon-von-Neindorff-Stiftung“ geritten. Dort kam er erstmals in Berührung mit der Linie der Barockpferde, zu welchen auch Andalusier zählen. Auch heute pflegt der Züchter noch engen Kontakt mit der Reitschule und ist stolz darauf, dass vier seiner Pferde dort untergebracht sind.

Trotz ihres muskulösen Körperbaus weisen die Pura Raza Española nämlich auch ein hohes Maß an Eleganz auf. So sind Figuren, wie die Piaffe (Traben auf der Stelle), die Galopppirouette (Drehung um den eigenen Körper) und Kapriole (Sprung in die Luft) für die Tiere kein Problem. Deshalb werden sie besonders erfolgreich in der „Hohen Schule“, der komplexesten Art des Dressurreitens, ausgebildet.

Reizvoll findet Dr. Scharmer auch, dass die Rasse sehr sensibel und personenbezogen ist. „Das sind Pferde, die mitdenken und die sehr stark versuchen zu erkennen, was der Mensch von ihnen will, wenn er auf ihnen drauf sitzt oder neben ihnen steht“, erklärt Scharmer. „Sie haben ein sehr starkes Vertrauen zu ihrem Reiter, so dass man nachher so ein bisschen das Gefühl hat, man arbeitet auf Augenhöhe.“ Trotz ihres etwas feurigen Temperaments seien sie bereit, alles für jemanden zu tun, den sie kennen und mögen. Aus diesem Grund legt Dr. Scharmer auch großen Wert drauf, dass seine Kunden und die Tiere zusammenpassen, bevor er einem Verkauf zustimmt. Dabei gibt es keinen festen Preiskatalog. Jeder Betrag wird individuell auf das Pferd und den Käufer angepasst.

Um auch Laien mal die Möglichkeit zu geben, sich das Gestüt anzusehen, veranstaltet Dr. Scharmer mit seinen zwei Mitarbeiterinnen am Sonntag, 23. Juni, ab 12 Uhr einen Tag der offenen Tür. Es ist ein besonderer Anlass, denn das Team feiert sein 25-jähriges Bestehen. Neben Musik und delikaten Leckereien werden die Zuchthengste und -stuten sowie die Fohlen und Verkaufspferde präsentiert. Ein besonderes Highlight für Scharmer stellt zudem auch der Gitarrist Marius Peters aus Köln dar.

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