Niedermerz: „Haus des Dorfes“: Vereinsgründung als Lösung

Niedermerz: „Haus des Dorfes“: Vereinsgründung als Lösung

Es war die Angst, den einzigen Veranstaltungs- und Versammlungsraum zu verlieren, die viele Besucher mobilisiert hatte. Uschi Breuer und Daniela Sprünker hatten zu einer Zusammenkunft in das „Haus des Dorfes“ eingeladen.

Und viele waren erschienen, denen der Erhalt dieser gemeindlichen Einrichtung am Herzen lag. „Wir haben ein Problem.“ Mit diesen Worten begrüßte Daniela Sprünker die Erschienenen. Das Problem: Die Gemeinde hat 1999 den „Vereinigten Vereinen“ (VVN), den Zusammenschluss aller sechs Ortsvereine, vertraglich die Bewirtschaftung dieser Einrichtung übertragen.

Vertragspartner ist der jeweilige Vorsitzende der VVN. Seit vielen Jahren ist das Hans-Josef Königstein, gleichzeitig Ortsbürgermeister, Ratsherr und seit kurzem Kreistagsabgeordneter. Gleichzeitig hatte er die Funktionen eines Hausherrn und Hausmeisters für die relativ gut frequentierte Einrichtung, die von den Vereinen und Gruppen sehr gut und kostenlos genutzt wird.

Trotz der 35-prozentigen Kürzung des bescheidenen gemeindlichen Zuschusses war Hans-Josef Königstein stolz darauf, dass die „schwarze Null“ steht, infolge der gebührenpflichtigen privaten Nutzung der Einrichtung, deren Lage, Ausstattung und Größe für größere Familienfeste bis zum Beerdigungskaffee sehr geeignet sind. Dennoch setzt dieses finanzielle Ergebnis ein hohes persönliches Engagement des jeweiligen Hausmeisters voraus, bis zur individuellen Steuerung der Heizung und der kostenlosen Erledigung mancher kleinen Reparatur.

Aus gesundheitlichen Gründen legte Königstein das Amt nieder und damit auch die Aufgabe. Bisher hatte sich kein Nachfolger gefunden, der sich ab dem 1. Mai um das „Haus des Dorfes“ kümmern wird. Willibert Kieven, der die Versammlungsleitung übernahm, regte mit Erfolg die Bildung eines „eingetragenen Vereins“ an, vor allem zwecks Beschränkung der Haftung.

Viele der Anwesenden zeigten sich spontan zur Mitarbeit bereit. Bis zum Monatsende werde er eine entsprechende Satzung erarbeiten. Am 29. April wird man sich wiederum zusammenfinden, um die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Jedenfalls sahen die anwesenden Bürger hoffnungsvoll in die Zukunft, dass ihnen das unverzichtbare und auch liebgewonnene „Haus des Dorfes“ erhalten bleibt.

(gre.)
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