Jülich: Harter Rock im Roncalli-Haus: Riff für Riff etwas Gutes bewirken

Jülich: Harter Rock im Roncalli-Haus: Riff für Riff etwas Gutes bewirken

Mit einem Solidaritätskonzert im Jülicher Roncalli-Haus soll ein Kochkurs für eine Gruppe Flüchtlinge finanziert werden. Dementsprechend fanden sich drei Bands in dem Jugendtreff ein und musizierten für den guten Zweck.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von der Jülicher Gruppe „Baumhaus Boyz“. „Wir machen nicht Musik, um Geld zu verdienen“, sagte Falko Deters, Bassist und Sänger der Band, und führte fort: „Bei einen Solikonzert können wir mit unserer Musik etwas Gutes bewirken.“

Mit Deters, Björn Pohl und Daniel Dohmen an der E-Gitarre und am Mikrofon und Daniel Besselmann am Schlagzeug zog der Hardcore-Punkrock in den Jugendtreff Roncalli-Haus ein. Mit dem erst zwei Wochen alten Song „Bleib daheim“ kritisierte die Gruppe die fehlende Initiative der Bevölkerung. Zu dem Titel sagte Sänger Björn Pohl: „Viele Menschen sitzen in ihrem Zuhause rum und meckern über Gott und die Welt. Um etwas zu ändern, muss man allerdings aktiv werden. Darauf wollen wir aufmerksam machen.“

Auch das Lied „Der Weg“ fand während des Auftrittes großen Anklang und wurde von dem Publikum mit Jubel und Applaus beantwortet.

Noch mehr Dezibel dröhnten durch die Räume als „Salt“ die Empore betrat. Bei dem Hardcore-Metal von Sänger Sven Kathrein, Marius Assman an den Drums, Marcel Lehmann am Bass und Daniel Assmann an der E-Gitarre hielt kaum noch einer der Zuhörer still. Mit „New Kings Old Lies“ übte die Gruppe Kritik an der aktuellen Politik. „Egal wer an der Macht ist, die Menschen leiden immer“, sagte der Sänger der Band zu dem Titel und nahm in diesem Kontext auch Bezug auf die Situation der Flüchtlinge in Europa. Mit einem Cover von „Purple Rain“ des verstorbenen Künstlers „Prinz“ zeigte die Gruppe eine andere, ruhigere Seite ihres musikalischen Könnens. Ein Höhepunkt des Abends.

Headliner des Events stellte „Herr Miesepeters“ dar. Die Band, bestehend aus Tobi Peters (Gesang und Gitarre), Simon Jülicher (Gitarre, Cajon, Rasselei, Melodica und Gesang) und Merlin Knaps (Gitarre und Gesang) performte Titel wie „Wir haben keine Mittelmeer“ und „Kopf aus“. Schließlich fand das Solidaritätskonzert vor gut gelauntem Publikum und mit viel Applaus sein Ende.

Kooperation mit dem DRK

„Die kompletten Einnahmen des Konzerts sollen uns helfen, einen Kochkurs für fünf bis sechs Flüchtlinge zu finanzieren“, sagte Michael Schulze, Projektinitiator der Veranstaltung. Auch eine Kooperation mit dem Team des Deutschen Roten Kreuzes in der Merscher Höhe ist in Planung, so Schulze weiter.

„Das Konzert bewirkt etwas Gutes und fördert die Kultur“, sagte sich Sascha Römer, Leiter des Roncalli-Hauses, über das Treiben im Jugendtreff und führte fort: „Darüber hinaus ist die Tonstudio- und Musikarbeit ein Schwerpunkt in unserem Haus.“

(mio)