Jülich: Gynäkologie und Geburtshilfe nimmt keine Patientinnen mehr auf

Jülich: Gynäkologie und Geburtshilfe nimmt keine Patientinnen mehr auf

Das St. Elisabeth-Krankenhaus in Jülich schließt die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe zum 31. Juli. Ab jetzt werden keine Patientinnen mehr aufgenommen.

„Durch die aktuelle Personalsituation können wir die erforderliche fachliche Betreuung, insbesondere der geburtshilflichen Patientinnen, nicht mehr gewährleisten“, so Dirk Offermann, kaufmännischer Direktor des Jülicher Krankenhauses.

Macht bald einen Bogen um Jülich: der (Klapper-)Storch, Plüschmaskottchen in der geburtshilflichen Abteilung des Jülicher Krankenhauses. Foto: Jonel

Die Elternschule im St. Elisabeth-Krankenhaus wird fortgeführt, um den werdenden Eltern im näheren Umkreis ein ortsnahes und umfangreiches geburtshilfliches Kursangebot zu bieten. Die Kurse werden unter anderem durch kompetente Hebammen des St. Marien-Hospitals geleitet. Eventuelle Lücken, die durch den Wegfall der bisherigen Kursleitungen entstehen, können so ohne Unterbrechung geschlossen werden.

Den gynäkologischen und geburtshilflichen Patientinnen und niedergelassenen Ärzten empfiehlt Offermann, sich zukünftig zum 15 Kilometer entfernten St. Marien-Hospital in Düren zu orientieren. Bereits vorher hatten beide Standorte im Rahmen des ctw-Krankenhausverbundes miteinander kooperiert.

Das geburtshilfliche Zentrum im St. Marien-Hospital steht bereit, um die Betreuung aller Patientinnen, die eine Behandlung oder Geburt im Jülicher Krankenhaus geplant hatten, zeitnah sicherzustellen, sofern sie das wünschen.

Die geburtshilfliche Abteilung in Birkesdorf ist mit jährlich annähernd 1200 Geburten die größte Geburtsklinik in der Region Aachen und verfügt damit auch über die umfänglichsten Erfahrungen bei allen Arten von Entbindungen. Zum geburtshilflichen Zentrum gehört zudem die Kinderklinik. Zusammen sind die beiden Abteilungen in der Region Nordrhein als geburtshilflich-neonatologischer Schwerpunkt offiziell anerkannt. Auch die vorgeburtliche Diagnostik wird in der geburtshilflichen Abteilung angeboten.

Die Schließung der Jülicher Gynäkologie/Geburtshilfe wurde notwendig, weil sie seit Jahren defizitär arbeitete und ständig unterbelegt war. „Allerdings bieten sich nach unserer Ansicht dadurch auch Chancen für das St. Elisabeth-Krankenhaus“, so der kaufmännische Direktor Dirk Offermann. Die Anstrengungen für eine langfristige Standortsicherung sind in vollem Gange.

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