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Niederzier: Gute Nachrichten bei Abwasser und Biomüll

Niederzier : Gute Nachrichten bei Abwasser und Biomüll

Der Müllgebührenschock sitzt auch in der Gemeinde Niederzier tief.

Zähneknirschend musste die Mehrheit des Haupt- und Finanzausschusses der drastischen Erhöhung der Restmüllgebühren zustimmen, die mit der vom Gesetzgeber ab 1. Januar verlangten ausschließlichen Abfallverbrennung verbunden ist.

Für die Bürger in der Gemeinde Niederzier bedeutet das einen Anstieg der Gebühren von 26 Prozent und eine satte Mehrbelastung. Da ist es nur ein kleiner Trost, dass die Gebühren der Bio-Tonne um rund acht Prozent sinken, denn auch der Preis der Sperrmüllmarken steigt um 33 Prozent, von drei auf vier Euro.

Aber die Restmüllgebühren sind nicht die einzigen, die 2005 in der Gemeinde steigen werden. Auch bei Straßenreinigung und Winterdienst werden die Bürger mit gut zehn Prozent mehrbelastet. Allerdings mache dies bei einer Hausfront von 15 Metern gerade einmal einen Euro aus, verteidigte Bürgermeister Hartmut Nimmerrichter die zwingende Gebührenanpassung, da die zuletzt eingesetzten Rücklagen aufgezehrt sind.

Eine gute Nachricht aber hatte der Bürgermeister auch noch vorbereitet. Die Abwassergebühren bleiben mit 3,85 Euro je Kubikmeter konstant. Und dass, obwohl die Fixkosten bei rückläufigem Verbrauch konstant bleiben und der Sanierungsbedarf steigt.

Dies hätte eigentlich eine Gebührenerhöhung zur Folge, die nur deshalb vermieden werden kann, weil die Sanierungskosten angesichts des harten Wettbewerbs im Tiefbaugewerbe rückläufig sind. So geht der Bürgermeister davon aus, dass bei den jüngsten Kanalsanierungen in der Bahnhof- und der Mühlenstraße so viel Geld eingespart wird, dass die 2005 dringend notwendige Sanierung der Köttenicher Straße erfolgen kann.

Der bislang von der SPD-Mehrheit mit Blick auf den Haushalt abgelehnte Antrag des Ortsvereins Selhausen, auch im kleinsten Ort der Gemeinde ein Bürgerhaus zu errichten, findet weiter keine Zustimmung der Genossen. „Grundsätzlich ja, aber erst wenn die Finanzierung gesichert ist”, machte SPD-Fraktionschef Ortwin Clever den Standpunkt seiner Partei noch einmal deutlich.

Weil sich die Haushaltslage aber 2005 drastisch verschlechtere, wie Bürgermeister Nimmerrichter schon jetzt ankündigte, dürfte das Projekt weiter auf Eis gelegt werden. Und ob es zur zuletzt von der Verwaltung angedachten Containerlösung kommen wird, ist aus Gründen des Lärmschutzes eher fraglich.