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Linnich: Grüner rät zur Werbe-Offensive

Linnich : Grüner rät zur Werbe-Offensive

Hinkend, aber forschen Schrittes nahm Minister und Vize-Ministerpräsident Dr. Michael Vesper (Grüne) die zweite Station seines Besuchs in Angriff. Er entdeckte für sich das Glasmalerei-Museum in Linnich.

Die grüne Landtagsabgeordnete Sybille Haußmann hatte ihn eingeladen. Vesper, der das 1997 von Johannes Rau eröffnete und mit 6,9 Millionen Mark Landesmitteln geförderte Museum bis dato nur vom Hörensagen kannte, zeigte sich beeindruckt. „Das ist schon bemerkenswert”, bescheinigte er Museumsleiterin Dr. Iris Nestler.

Vesper maß dem Museum hohe Qualität als kultureller Standortfaktor bei, sah es aber noch nicht optimal vermarktet. „10.000 Besucher im Jahr ist ein bisschen wenig für dieses Museum. Das müsste mehr werden”, riet er der Museumsleiterin zu einer Offensive mit Stoßrichtung „größerer Feuilletons”.

Museumsleiterin Dr. Iris Nestler ist mit dem steten Besucherzuwachs freilich einigermaßen zufrieden, plagen sie doch ganz andere Sorgen. Die Verzinsung des Museumskapitals droht weit unter dem einst erwarteten Niveau zu bleiben. Fatal, da davon letztlich der Jahresetat von 300.000 Euro gespeist wird; ein Drittel davon trägt SIG Combibloc.

Minister Vesper riet Stadt und Museum, Förderanträge an die Kulturstiftung des Landes zu stellen - mit Durchschlag an ihn. Dass das in einem akuten Fall zum Erfolg führt, ist fraglich. Das Museum kann sich zwar die 90 Quadratmeter große Betonverglasung der Kapelle des städtischen Altenheims Mönchengladbach sichern, hat aber kein Geld, das Objekt in Linnich wieder aufzubauen. Die Zeit drängt. Der Abriss erfolgt in dieser Woche.