Große Veranstaltungsstätte mit 1500 Sitzplätzen in Jülich?

Brückenkopf-Park : Große Veranstaltungsstätte mit 1500 Sitzplätzen in Jülich?

Wenn der Stadtrat am 7. Februar zustimmt, könnte in den nächsten Monaten im Jülicher Brückenkopf-Park einer der größten Veranstaltungsstätten der Region entstehen. Der Aufsichtsrat hat sich bei der Suche nach einer Nachfolgelösung für die alte Hauptbühne mit Kuppeldach unter fünf Varianten für das Modell „Muschel“ ausgesprochen.

Das ist ein geschlossenes Zelt in der entsprechenden Form mit 2400 Quadratmetern Nutzfläche und bis zu 1500 Sitzplätzen.

Zum Vergleich: Der Europasaal im Aachener Eurogress (1700 Sitzplätze) und die Kreis Düren Arena (knapp 2900) wären größer. Im Jülicher Fachausschuss wurden am Mittwoch noch eine Reihe von Fragen formuliert, so dass die Entscheidung bis zur Ratssitzung verschoben wurde.

Wie Bürgermeister Axel Fuchs, zugleich auch Interimsgeschäftsführer der Brückenkopf-Park GmbH, informierte, sei ein großer regionaler Veranstalter sehr daran interessiert, eine solche Stätte in Jülich wieder zu bespielen. Das war in den ersten Jahren nach der Landesgartenschau schon der Fall. Darüber hinaus gebe es auch überregionale Veranstalter, die Interesse angemeldet hätten. „Genau diese Größe ist inzwischen sehr gefragt“, erklärte Fuchs, da im Konzert-, Show- und Comedy-Bereich ein Trend zur Verkleinerung der Auditorien feststellbar sei.

Das neue Zelt – Fachbezeichnung „Tent-Music Hall“ – soll etwa 960.000 Euro kosten (züzüglich Aufbaukosten von rund 100.000 Euro). „Das Zelt ist so konzipiert, dass es ganzjährig genutzt werden kann. Da dies aufgrund der bisherigen, offenen Zeltvariante nicht möglich war, kann damit ein deutlicher Mehrwert für den Park und auch für die Stadt erzielt werden“, ist im Nutzungskonzept zu lesen. Die Lebensdauer soll bei „20 Jahren plus“ liegen. Grundsätzlich will die Betreibergesellschaft des Brückenkopf-Parks die Zahl der Veranstaltungen erhöhen, damit die Erlöse steigern und „in Folge eine Senkung des städtischen Zuschusses“ erreichen.

Die SPD meldete im Ausschuss noch Beratungsbedarf an, wie Fraktionschef Harald Garding darlegte. Ihm fehlen Informationen zum Lärmschutz, zum Parkplatz-Konzept, zum Denkmalschutz sowie zur Inneneinrichtung. Zudem wollten die Sozialdemokraten wissen, ob die beiden weiteren geplanten Bühnen (im Bereich Nordbastion/Rosengarten) ebenfalls mit einem Schutzdach versehen werden. Bürgermeister Axel Fuchs gab die Antworten zum Teil: „Die Bühne im Rosengarten wird ebenfalls überdacht. Und die Vertreter der Denkmalbehörden haben bei einem Termin in Jülich dargelegt, dass sie mit einer Lösung leben könnten, die irgendwann mal wieder abgebaut werden kann.“ Diese Voraussetzung sei auch bei einem geschlossenen Zelt vor dem Denkmal Brückenkopf erfüllt. Neben den großen Flächen am Lindenrondell, die bei großen Besucherströmen als Parkflächen genutzt werden können, werde auch überlegt, die Flächen des früheren Hauses Hesselmann zu öffnen. Auf mögliche Lärmbeschwerden ging er nicht näher ein.

Die Grünen äußerten im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung skeptische Töne. „1500 Besucher? Wie oft kommt das vor?“, fragte Lutz Baumgarten. Ein Veranstaltungszelt sei eine gute Lösung, „aber nicht an dieser Stelle“. Ausschussvorsitzender Peter Capellmann (CDU) erinnerte an die durchaus guten Erfahrungen, die Jülich während und nach der Landesgartenschau gemacht habe. „Wir sollten wie Monschau, Wilhelmstein und Nideggen auf das eigene Ambiente vertrauen“.

(-vpu-)
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