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Große Kostümsitzung der KG Schnapskännchen

Kostümsitzung : Eine überraschende Ehrung bei der KG Schnapskännchen

Tolle Reden, Tänze und Musikbeiträge, etliche Premieren und nicht zuletzt ein fantastisches Publikum prägten die große Kostümsitzung der KG Schnapskännchen im vollbesetzten Zelt.

Die erste Premiere war eine echte Überraschung, weil „eine Ehrung normalerweise nicht auf eine Sitzung gehört“, wie (Sitzungs)präsident Thomas Beys betonte. Weil aber Senatspräsident Jürgen A.C. Kreuzer seit Senatsgründung vor 25 Jahren federführend für das finanzielle Polster der hochkarätigen Karnevalssitzungen sorgt, war das eine begründete Ausnahme. „Ohne diesen Mann wäre die KG Schnapskännchen nicht da, wo sie jetzt steht“, wie Beys unterstrich. An Kreuzers Seite steht seine Frau Katharina – bei der Gala im Übrigen am 42. Hochzeitstag des Paares –, die ihn seit 25 Jahren „machen lässt“. Als Geschenk erhielt der Geehrte ein Unikat aus Begriffen, mit denen Kreuzer sich selbst in Beziehung setzen kann, ohne seinen Namen dort zu lesen.

Er war dermaßen bewegt, dass er nicht einmal das Mikro zur Hand nahm, um ein paar Worte an die Jecken zu richten. Ein zweite Gratulation gab es nach dem Spiel des Trommlercorps Güsten. Das dienstälteste Mitglied, Trommler Hubert Palandt, erhielt ein Geburtstagsständchen von der Thomas Arens Sitzungsband. Schwungvoll brach das grazile Tanzpaar der KG Maiblömche, bestehend aus Katharina Kalisch und Hannah Rassouli, das Eis auf der Bühne. Erstmals zu Gast in der Jülicher Ringsitzung war Björn Heuser mit seinem fantastischen Mitsingprogramm „kölscher Fastelovendsklassiker“. Seit elf Jahren tritt er fast ununterbrochen jeden Freitag im Brauhaus „Gaffel am Dom“ mit seinem „Loss mer singe“-Repertoire auf.

Dementsprechend stimmungsvoll gestaltete sich sein Auftritt, in dem er mit seiner Gitarre den gemeinsamen Gesang des Publikums begleitete, das sich im Übrigen als besonders textsicher zeigte. Schunkelnd sangen die Jecken Klassiker wie „So simmer all hierhin jekomme“, „Hey Kölle, du ming Stadt am Rhing“ oder „Ich bin ene Räuber“. Als eines der vielen Highlights entpuppte sich der temperamentvolle schwarzhäutige Dave Davis alias Motombo Umbokko als „Kölsche Jong mit bläck Föös“ aus dem fiktiven afrikanischen Land Nfuddu. Er habe „es sich zur Mission gemacht, dem traurigen deutschen Männeken ein Lächeln zurückzubringen“. Er motivierte die feiernde Menge: „Ihr lebt in einem der reichsten Länder der Welt. Aber sagt das auch eurem Gesicht.“

Politisch regte er zur bundesweiten Übertragung des „Rheinischen Grundgesetzes“.

„Sei ein Terrorist der rheinischen Lebensfreude“, lautete seine Botschaft. Ebenfalls erstmalig brachte Kölsche Adler Party-Sound ins Karnevalszelt. Von der Hymne bis zur gefühlvollen Ballade reichte das Repertoire der sieben Männer, inklusive einer verstärkenden Bläser-Sektion. Letztlich stiegen Leadsänger Timo Tiggeler und Trompeter Tamas Wippelhauser auf die Tische im Zelt, die Jecken fingen an zu tanzen. Richtig Stimmung in den Saal brachte auch das KG-eigene Männerballett „Fashion Oldies“, das seit 1995 die Bühne rockt und von Marga Sonnenwald trainiert wird.

Als fesche Bayern zogen sie in den Saal, um später mit schwarzer Langhaarperücke abzurocken. „Hintenrum durchs Knie“ schoss sich das Renterduo „Willi und Ernst“. Mit Sprachwitz, Alltagsbeobachtungen und einer Prise Nostalgie begeisterte Jürgen Beckers alias Jürgen B. Hausmann. Richtig Stimmung brachten Klüngelköpp. Mit Schwung und Akrobatik ließen die Höppe Kroetsch aus Eschweiler die Bühne erbeben. Ihrem Namen gerecht wurden die 14 jungen und wilden Musiker der Bonner Brass- und Performanceband Druckluft zum fulminanten Schlusspunkt einer grandiosen Sitzung.

(ptj)