Inden/Langerwehe: Große Chancen in der Fusion der fünf Indener Pfarrgemeinden

Inden/Langerwehe: Große Chancen in der Fusion der fünf Indener Pfarrgemeinden

Seit Jahresbeginn ist die Fusion der Indener Pfarrgemeinden amtlich und ein neuer Namenspatron gefunden: Die Kirchengemeinde St. Josef mit rund 4500 Katholiken vereinigt nun die aufgehobenen Pfarrgemeinden St. Nikolaus Frenz, St. Clemens und St. Pankratius Inden/Altdorf, St. Cornelius Lamersdorf und St. Nikolaus Lucherberg.

St. Barbara Schophoven wird nach dem Willen des Bischofs zum 1. Januar 2013 der GdG Jülich zugegliedert.

Warum St. Josef? Nach Aussage von Heinz Portz, Pfarrer der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Inden/Langerwehe, stimmte eine sehr große Mehrheit der Vertreter aus Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen der aufgehobenen Pfarren und der Seelsorger im Oktober 2011 dafür, Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff als Patron für die neue Kirchengemeinde, den Pflegevater Jesu und Schutzpatron für viele Menschen vorzuschlagen: „Josef ist der Patron der pilgernden Kirche, die in Jesus Christus vom Heiligen Geist geführt, auf dem Weg zum Vater ist. Er ist der Patron der Handwerker, Arbeiter, der Familien und schließlich der Sterbenden.”

Zur Fusion gab es natürlich kritische Stimmen, viele Befürchtungen und „zum Teil absurde Gerüchte, dass vor Ort manches verloren gehen könnte”, räumte der Pfarrer ein. „In vielen Gesprächen, Pfarrversammlungen und Beratungen mit den Gremien haben wir versucht, in der Regel erfolgreich, diese Bedenken aufzunehmen, durch Sachargumente zu entkräften und so den Blick auf die Zukunft der neuen Pfarre zu richten”, setzte er nach.

Letztendlich befürworteten die meisten die Fusion, weil sie die in ihr liegenden großen Chancen erkannten. Das gelte auch für die Umgliederung von St. Barbara Schophoven in die GdG Jülich.

Zurzeit zählt die seit gut zwei Jahren bestehende GdG Inden-Langerwehe mit 15.000 Katholiken fünf Pfarreien: St. Barbara Schophoven, St. Josef Inden, St. Martin Langerwehe, St. Martinus Schlich und St. Katharina Wenau.

Jede Kirchengemeinde verfügt über einen eigenen Kirchenvorstand (KV) und Pfarrgemeinderat (PGR) und die jeweils übergeordneten Räte, den KGV-Rat und den GdG-Rat. Ersterer ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, der Liegenschaften und Vermögen verwaltet und für die Anstellung der Arbeitnehmer der Pfarreien wie Küster, Organisten oder Sekretärinnen zuständig und gleichzeitig Träger der Kindergärten ist.

In den gut zwei Jahren seines Bestehens „hat er ein tragfähiges Konzept erstellt und reibungslos umgesetzt, das ein drohendes Minus in den Personalkosten von zirka 30.000 Euro pro Jahr verhindert hat und uns ein leichtes Plus beschert. Das ist keine Kleinigkeit und die unverzichtbare Voraussetzung für jede Form von verantwortlicher Zukunftsplanung. Hiermit haben die KGV-Ratsmitglieder ein ganz hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein gezeigt und bewiesen, dass sie das Ganze im Blick haben und nicht nur die eigene Pfarre”, betonte Portz zufrieden.

Aufgaben des GdG-Rats sind diverse pastorale und gottesdienstliche Angebote und ein sozial-gesellschaftliches Engagement in der gesamten GdG. Er erarbeitet zurzeit ein Pastoralkonzept für die Zukunft und berät zudem konkrete Fragen in unterschiedlichen Arbeitsgruppen, die sowohl Inden als auch Langerwehe Rechnung tragen. Denn im Herbst 2013 wird der GdG-Rat die Pfarrgemeinderäte ersetzen (wir berichteten), während die pfarreigenen Kirchenvorstände erhalten bleiben. Dabei geht es laut Pfarrer Portz um die Unterschiede zwischen Kirchenrecht (im PGR) und Staatskirchenrecht (im KV).

Die GdG Inden-Langerwehe verfügt zwar über vier Pfarrer, einen Pfarrvikar und einen Diakon, reguläre Priesterstellen gibt es aber nur eineinhalb: Pfarrer Portz als hauptamtlicher Pfarrer und Dominik Heringer, der im Herbst seine Pfarrerprüfung bestanden hat, gerade promoviert und eine halbe Stelle bekleidet. Die verbleibenden Priester sind Subsidiare, die als Ruheständler bei Messen, Beerdigungen, Taufen oder Hochzeiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten mithelfen.

Diakon Josef Rothkopfs Aufgaben liegen hauptsächlich in der Taubstummen-Seelsorge außerhalb der GdG. Drei Gemeindereferenten haben ihre Schwerpunkte in der Katechese, Jugendarbeit und Gruppenbetreuung.

Absehbare Entwicklung

Wie fühlt sich ein Priester angesichts der schwindenden Zahl von Priestern und Gläubigen und der zunehmenden Zahl nicht geweihter Seelsorger? Als Portz 1988 zum Priester geweiht wurde, war die inzwischen eingetretene Entwicklung für ihn absehbar.

Bischof Dr. Klaus Hemmerles theologische Antwort auf die genannten Fragen und Sorgen in seinem berühmten Hirtenbrief in der Fastenzeit 1989 mit dem Konzept der Weggemeinschaft steht auch für ihn in der Mitte: „Wir müssen und werden Jesus Christus in diese Mitte stellen, die Christusbegegnung in den Sakramenten, in der Verkündigung und in vielen Formen des Gebetes ermöglichen. Und wir sehen gerade in der neuen fusionierten Pfarre St. Josef, dass die Gläubigen das suchen, annehmen und unterstützen. Die Leute können hier erleben, dass bei uns die Organisation der Seelsorge dient und nicht die Seelsorge der Organisation”, sagte der Pfarrer.

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