Jülich: Größeres Team bei „Frauen helfen Frauen“

Jülich: Größeres Team bei „Frauen helfen Frauen“

Die Gesellschaft nimmt Übergriffe gegen Frauen zunehmend ernst. In der Konsequenz stellt die Landesregierung finanzielle Mittel für mehr Fachkraftstellen in Fraueninitiativen zur Verfügung. Auch der Kreis Düren profitiert.

Zwei zusätzliche Fachkräfte arbeiten in der Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen“ in Jülich. Es sind die Diplompädagoginnen Petra Köster und Jennifer Eicker. Während Köster in Ergänzung zum bestehenden Team Beratungsaufgaben übernimmt, ist Eicker für die Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit zuständig. Denn: Das NRW-Ministerium für Gesundheit und Emanzipation sieht die Entwicklung von neuen Formen der Prävention vor.

Konkret fällt darunter die Analyse örtlicher Gegebenheiten, das Identifizieren von Angsträumen, die Entwicklung von Schutzkonzepten und die Ansprechbarkeit der Fraueninitiativen bei Großveranstaltungen. So ist die Jülicher Beratungsstelle an Weiberfastnacht im DRK-Zelt auf dem Schlossplatz vertreten. Die Mitarbeiterin ist für den Notfall da, kann aber auch Fragen losgelöst von der Veranstaltung beantworten.

Auf zwei Jahre befristet

Die Fachkraftstelle ist befristet auf zwei Jahre. Beantragen kann sie jede geförderte Frauenberatungsstelle mit integrierter Stelle gegen sexualisierte Gewalt. Ein kleiner Haken ist dennoch dabei: Das Land übernimmt nur 85 Prozent der Kosten. Für den Rest mussten Geldgeber gefunden werden. Die Geschäftsführung der Beratungsstelle — Dagmar Ahrens, Maria Brenner und Sabrina Dicken — traten an den Kreis und die Stadt Jülich heran mit der Bitte um finanzielle Unterstützung.

Unisono erfuhren sie Anerkennung und Bestätigung. Ein Jülicher Unternehmer, der nicht namentlich genannt werden möchte, erklärte sich nach Vermittlungsbemühungen der Stadt bereit, die noch fehlende Summe zu übernehmen.

Meist im häuslichen Umfeld

Dagmar Ahrens, psychologische Psychotherapeutin, spricht von einer zunehmenden Akzeptanz in der Öffentlichkeit für die Problematik der sexualisierten Gewalt. In ihrer Arbeit wirkt sich das für die Frauen positiv aus. Sie können schneller über das Erlebte sprechen, und sie trauen sich eher, Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Ahrens sagt aber auch: „Wir sind nicht müde zu wiederholen, dass sexualisierte Gewalt meist im häuslichen Umfeld passiert und nicht im öffentlichen Raum. Die meisten Klienten, die zu uns kommen erleben Gewalt im Beziehungsbereich.“ Kontaktmöglichkeiten gibt es unter der Telefonnummer 02461-58282 oder info@frauenberatungsstelle-juelich.de.

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