Barmen: Goldene Laserstrahlen, ein Gewächshaus und "Mordopfer"

Barmen: Goldene Laserstrahlen, ein Gewächshaus und "Mordopfer"

Anlässlich der „Junior Akademie NRW“ sind momentan 54 junge Forscher am Science College Overbach aktiv. Dabei werden sie von Wissenschaftlern verschiedener Universitäten unterstützt.

Über zehn Tage teilen sich dabei die Teenager auf die Bereiche Forensik, Nanotechnologie und Mikrocontroller-Programmierung in Gruppen zu je 18 Personen auf.

In der Mikrocontroller-Programmierung waren bei der Zwischenpräsentation wohl „Scherzkekse“ am Werk, denn die Gruppe präsentierte ein „autonomes Feuerwehrauto“. Ein ferngesteuertes Fahrzeug mit einer kleinen Kamera, zwei Propellern, Wasserpumpen und sehr viel Tape — damit das ganze zusammenhält. Dazu erklärte ein Teil der Gruppe heimlich und kichernd unserer Zeitung: „Das ist natürlich nicht unser richtiges Projekt. Wir zeigen am Freitag etwas ganz anderes.“

Fake im Morsecode

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, gab die Sirene des Feuerwehrautos während der Präsentation im Morsecode das Wort „Fake“ wieder. Der 15-jährige Fabian ging daraufhin geschäftig in einen anderen Teil des Gebäudes voraus. Dort steht das richtige Projekt: Ein per App steuerbares Gewächshaus. Nur einpflanzen müsse man noch selber. Dabei ist für Hobbygärtner eine wichtige Information: Da neben dem Bewässerungs- und Beleuchtungssystem sowie Wettersensoren auch eine Beheizung möglich ist, kann man seine Pflanzen auch im Winter nach draußen setzen.

Dazu erklärte Dozent Matthias Ehlenz, der mit Hans-Peter Kuehn den Kurs leitet: „Das Projekt ist wie eine kleine Firma. Jeder hat seine eigene Aufgabe.“

In dem Kurs der Nanotechnologie stand die Untersuchung der kleinen Bestandteile im Fokus. Dazu bauten die Kursteilnehmer unter anderem Modelle von Rasterkraftmikroskopen nach. Daneben machten die Kursteilnehmer unter anderem einen Laserstrahl mit der Hilfe einer Goldlösung sichtbar. Dazu werden Gold-Ionen in erhitztes Wasser mit Citrat gegeben. Die Gold-Nanoteilchen, die dadurch entstehen, machen das Auftreffen des Stahls sichtbar.

Ausflug zum FH-Campus

Ein Highlight der Woche stellte für den Nanotechnologie-Kurs der Besuch des Jülicher FH-Campus dar, wo unter anderem mit den Nachwuchswissenschaftlern der dortige Reinraum besichtigt und eine Ampel programmiert wurden. „An der Fachhochschule haben wir einen wirklichen Einblick in die Forschung vor Ort bekommen. Sechs Doktoranden standen den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite“, fasste der Dozent des Kurses, Albert Lehnard, den Ausflug zusammen.

In der Forensik lernten die Jungen und Mädchen mit den Dozenten Fina Macula und Regina Lützenkirchen alles rund um die Tatortsicherung. Neben dem Sichern von Fingerabdrücken mit unterschiedlichen Techniken war eine Bodyfarm auf dem Außengelände des Science College Untersuchungsobjekt.

Tote Ratten vergraben

Auf einer abgezäunten Fläche einer Obstwiese hatten die Teilnehmer tote Ratten abgelegt, an denen post mortem verschiedene Mordarten nachgestellt wurden. Zu den Objekten gehörten eine erhängte, verbrannte oder auch zerquetschte Ratte. Während der zehn Tage beobachten die Forscher den fortschreitenden Verwesungsprozess.

Neben der Forschung bestehen während der Jugend Akademie auch diverse Freizeitangebote, denn die 54 Teenager leben während der Akademie auf dem Gelände rund um das Science College. Neben einem Musikangebot mit Instrumenten und Chor, kann der Nachwuchs schon um 7 Uhr am Frühsport teilnehmen. Um 22.30 Uhr ist Nachtruhe.

Am Freitag, 18. August, ist ab 16 Uhr die Abschlusspräsentation im Science College vorgesehen.