Jülich/Altenkirchen: Glück ist ein kostbares Lebenselixier

Jülich/Altenkirchen: Glück ist ein kostbares Lebenselixier

In Jülich ist die Philosophin und Buchautorin Ute Lauterbach aufgewachsen, am Mädchengymnasium machte sie 1974 Abitur. Mitten im Wald in ihrer Wahlheimat Altenkirchen im Westerwald gründete sie 1993 ihr Institut für psycho-energetische Integration. Hier gibt sie Seminare, schreibt Bücher und hat ihr Glück gefunden, das „Lebenselixier und kostbar ist”.

Mit einem Augenzwinkern

Deshalb stellt sie immer wieder die „Spielverderber des Glücks” vor, wie der Titel eines ihrer Bücher lautet. „Warum schreibst du Bücher, es gibt doch schon so viele?”, fragte einst ihre heute 87-jährige Mutter Eleonore Lauterbach, die vor drei Jahren aus Jülich ganz in die Nähe ihrer Tochter zog.

Ute Lauterbach hat etwas „entwickelt, was vorher noch nicht da war”: Sie entschärft mit ihrem Humor die ernstesten Lebenssituationen und übersetzt augenzwinkernd Werke großer Philosophen. Dabei legt sie Wert darauf, „nicht fremdbestimmend zu sein oder über jemandem zu stehen”. Die Philosophin sitzt in ihrem Garten vor dem gemütlichen „Haupthaus” und trinkt ihren Kaffee mit Sahne. „Warum sind die Menschen wie sie sind? Was soll der Quatsch?” Die Antwort auf diese lebensphilosophische Frage „erleben wir, wenn wir den Kopf ganz frei und das Herz ganz weit haben, man ist frei und glückselig - nicht glücklich”.

Genauso unterscheidet sie zwischen dem „Sein” und dem „Seienden”. Ersteres bedeutet umfassendes Erleben, Zeitlosigkeit, letzteres Vergänglichkeit und Verstrickung. Ist Ute Lauterbach religiös motiviert? Nein, sie will „Spiritualität so rational wie möglich in den Alltag übersetzen” und mit ihrem Arbeits- und Lebensziel so viele Menschen wie möglich begeistern. Das Entscheidende ist, „eine Anbindung an etwas zu haben, was größer ist als ich, um so etwas wie eine existentielle Geborgenheit zu erleben”.

So anspruchsvoll das Thema auch ist, Ute Lauterbach versteht es, ihren Gesprächspartner immer wieder zum Lachen zu bringen. „Tipps und Ratschläge habe ich keine. Ich will ja, dass mein Gegenüber für sich selbst die maßgeschneiderte Antwort findet”, ersinnt sie ein Gespräch mit einem potentiellen Hilfesuchenden in einer Ehekrise. Dabei sieht sie „von sich selbst ab und denkt vorurteilsfrei”. Systematisch nähert sie sich der individuellen Problemlösung durch Fragestellungen.

Der Blick des Besuchers fällt auf eine halb mit Wasser gefüllte Badewanne vor ihrem Haus. Darin badet die Autorin jeden Morgen in der freien Natur, in wechselnd heißem und kalten Wasser, denn sie „fühlt sich umso fitter, je näher sie den vier Säulen der Gesundheit kommt”: Abhärtung, Bewegung, Atmung und Ernährung”.

Neben dem „Haupthaus” gibt es auf dem Waldgrundstück noch das „Bachhaus”, das für Seminargäste genutzt wird, das Büro mit weiteren Gästezimmern, genannt „Dépendance”, das „Hüttchen” als Atelier und den Strand. Dort ist feiner, weißer Sand aufgeschüttet, Sonnenliege und Sonnenschirm laden zum Entspannen ein. Eine über den Bach gespannte Hängematte dient dem Gast gleichzeitig als Mutprobe, braucht es doch einigen Schwung, hinein und hinaus zu gelangen, ohne ein unfreiwilliges Bad zu nehmen.