Jülich: Gleich drei Anlässe zum Feiern beim Förderverein für Krebsbetroffene

Jülich: Gleich drei Anlässe zum Feiern beim Förderverein für Krebsbetroffene

„Ich kann nur leiten, betreuen und die Hand halten, ansonsten aber bin ich auf die Hilfe von Experten angewiesen“, erklärte Helga Maschke, Vorsitzende des Sonnenweg e. V. Förderverein für Krebsbetroffene, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Krebspatienten und ihre Angehörigen auf ihrem schweren Weg zu begleiten, zu informieren und aufzuklären aber auch präventiv tätig zu werden.

Dazu wurde ein Netzwerk zu den verschiedenen Institutionen und Einrichtungen, Ärzten und Kliniken geknüpft, die sich zumeist mit komplementären Behandlungsmethoden beschäftigen. Einmal im Jahr aber lädt der Sonnenweg zu einem großen Kongress ein, in dem es eine Vielzahl von Informationen gebündelt gibt und bei dem Patienten, Angehörige oder Interessierte aus erster Hand Wissenswerte nicht nur über Krankheit sondern auch über Gesundheit erfahren.

„Ich war selbst Krebsbetroffene und auf meiner Suche nach Hilfe habe ich die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr entdeckt. Dadurch habe ich die ganzheitlichen Therapien kennengelernt, die mir geholfen haben. Mein Leben mit dem Krebs ist ein anderes geworden. Es ist aber auch reicher geworden“, gesteht die rührige Vorsitzende, die in diesem Jahr nicht nur ihr 75. Lebensjahr vollendete sondern auch mit ihren Mitstreitern das 20. jährige Bestehen des Sonnenweges feierte.

Deshalb nutzte sie auch die Gelegenheit ihren Vorstandskollegen zu danken, ihrem Ehemann, der sie stets unterstützte und nicht zuletzt den über 100 Mitgliedern für ideelle und finanzielle Hilfe. Und noch ein Jubiläum konnte sie feiern. Zum 10. Mal infolge fand der Sonnenweg Kongress statt, zu dem wieder namhafte Experten den Weg nach Jülich gefunden hatten. Insgesamt 13 Referenten berichteten über ganz unterschiedliche Aspekte der Krebsbehandlung, bei der sie stets den ganzen Menschen im Blick hatten. Entsprechend umfangreich war das Programm der Workshops und Seminare, zu dem man sich im JUFA Kongresszentrum einfand.

Im Foyer befand sich eine Messe, wo rund 20 Aussteller ihre Produkte präsentierten von Nahrungsergänzungsmittel bis hin zu unterschiedlichen Gerätschaften wie Schwingungsplatten, die bei Muskelverspannung und Gelenkschmerzen zum Einsatz kommen, Naturkosmetik und vieles mehr. Eine Bestandsaufnahme der Komplementärmedizin in der Onkologie von Dr. Bernhard Ost, der gleichzeitig Vorsitzender des ärztlichen Beirates im Sonnenweg ist, „Stress durch Strom und Strahlung“, „Vitamin C und Ozon in der Krebsabwehr“, „ Mit Yoga zu entspannten Muskeln und Faszien“ und vieles mehr waren Themen der Referate.

„Einer der Referenten war Dr. Heinz Mastall, Vizepräsident der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr und ihr Mitbegründer. „Es geht hier nicht um entweder oder, sondern um sowohl als auch“, erklärte er. Den Sonnenweg Kongress sah er als etwas ganz Besonderes an, denn hier werde der Patient ganzheitlich gesehen. Bei der Komplementärmedizin gehe es eben darum, das die Schulmedizin zum Einsatz komme und neben den konventionellen Behandlungsmethoden alternative angewandt werden, die die Wirkung von Bestrahlung oder Chemotherapie noch verbessern.

Dazu gehört es auch den seelischen Aspekt zu berücksichtigen, denn nach Meinung von Jo Maranius Stienen , Heilpraktiker und Psychotherapeut haben viele körperliche Störungen ihre Ursache in nicht behandelten Traumata. Den Menschen als Ganzen hat auch Dr. Bernhard Ost im Blick, niedergelassener Gynäkologe und Vorsitzender des NATUM, der in seiner Praxis einen komplementärmedizinischen-onkologischen Schwerpunkt gesetzt hat. Auch den übrigen Referenten, ist es, wie sie im Gespräch mit der Jülicher Zeitung bestätigten, ein Anliegen konventionelle Therapiemethoden mit alternativen zu verbinden. Dadurch versprechen sie sich allesamt größere Heilerfolge.

„Wir sitzen alle in einem Boot und die GfBK sieht sich nicht zuletzt als Navigator durch die Informationsflut unserer Zeit“, erklärte Mastall. Und Helga Maschke betonte, dass man mit solchen Veranstaltung wie dem Sonnenweg Kongress, das Patientenrecht stärken wolle, damit er selbst über die entsprechende Therapie mit entscheiden kann. Natürlich bleiben neben all diesen Fragen rund um die Gesundheit auch die beiden Jubiläen nicht unbeachtet. Am Samstagabend traf man sich zu einem Umtrunk mit Festreden, Musik und einem guten Essen.

(Kr.)
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