Gläubige in Schophoven mit Kirchweihfest überrascht

150 Jahre St. Barbara Schophoven: Gläubige mit Kirchweihfest überrascht

Mit einer feierlichen Messe wurde am vergangenen Sonntag in St. Barbara Schophoven der Einweihung der Kirche vor 150 Jahren gedacht. Die Vorbereitung des Festes verlief allerdings derart kurzfristig, dass die Jubiläumsfeier sogar die Gläubigen aus Schophoven ziemlich überrascht hat.

Pfarrer i.R. Dr. Peter Jöcken hatte als Gottesdienst-Thema – passend zur Adventszeit – die Erwartung des wiederkommenden Herrn gewählt mit der biblischen Aussage, dass alle Getauften „lebendige Steine“ der Kirche sind, die die Kirche erbauen. Damit wollte der Geistliche den Schophovenern Mut machen, dass auch eine kleine Gemeinschaft über den allgemeinen Rückgang kirchlicher Religiosität nicht verzweifelt.

Und so stimmten Dr. Jöcken und Ortsvorsteher Matthias Hahn abwechselnd die Strophen des dazu genau passenden neuen geistlichen Liedes an: „Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steinen, aus großen und aus kleinen, eins, das lebendig ist.“

Nach der Festmesse standen viele Gläubige noch eine geraume Weile bei Getränken und einem kleinen Imbiss zusammen, betrachteten die vielen liebevoll zusammengetragenen und auf einer Stellwand repräsentierten geschichtlichen Fotos oder nutzten die Gelegenheit zum Gespräch.

Im 1994 erschienenen Handbuch des Bistums Aachen ist zur Geschichte der Schophovener St.-Barbara-Kirche zu lesen, dass im sogenannten liber valoris, einem Einkünftebuch der Kölner Kirche, um 1300 eine Pfarrkirche in „Molenarken“ im Dekanat Jülich aufgeführt ist. Heinrich von Müllenark war 1225 bis 1238 Erzbischof von Köln. Später verlieren sich die Nachrichten über die Kirche und den Ort Müllenark.

Das Haus Müllenark war 1533 Kollator (Pfründeinhaber eines Altars) der St. Barbarakapelle in dem der Pfarre Pier unterstehenden Schophoven, zu dem Müllenark gehörte. Am 7\. März 1855 erfolgte die Abtrennung von Pier und die Erhebung zur Pfarre.

Über die erste Barbarakapelle ist nichts bekannt, sie musste 1857 abgerissen werden. An ihre Stelle trat eine neue Kirche, die nach den Vorstellungen des damaligen Pfarrers Joh. Jak. Hubert Wirtz durch den Kreisbaumeister Kriescher 1859 errichtet wurde. Dabei diente die romanische Bartholomäuskapelle in Paderborn als Muster. Die Weihe erfolgte am 4. Juni 1868. Schäden aus dem letzten Krieg warem 1954 behoben und am 13. Februar 1955 war Altarweihe.

Das Gotteshaus ist eine dreischiffige Backsteinhalle in vier Jochen, mit der Apsis nach Osten und einem vorgebauten Westturm. An der Südseite befindet sich ein Treppenturm, an der Nordseite eine Taufkapelle als Rundbau mit Bleiverglasung.

Am kommenden Sonntag, 9\. Dezemeber, wird um 11 Uhr ein ökumenischen Barbara-Gottesdienst in der Kirche St. Barbara gefeiert. Dabei wird neben dem Patrozinium die 150 Jahre Kirchweihe nochmals mitgefeiert. Der Gottesdienst wird – ähnlich wie in den vergangenen Jahren – musikalisch von Peter Weber und anderen gestaltet. Die Predigt hält Pfarrer Müller-Thór von der Evangelischen Kirchengemeinde Inden. Die Tagebaugruppe Inden lädt nach dem Gottesdienst zum Empfang ins Schophovener Dorfgemeinschaftshaus ein, St. Barbara ist schließlich die Schutzheilige der Bergleute.

(ahw)
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