Jülich: Geschwächter TTC ist gegen den Spitzensreiter chancenlos

Jülich: Geschwächter TTC ist gegen den Spitzensreiter chancenlos

Was alle Experten vor der Saison vermutet haben, wurde am Sonntag in der Nordhalle bittere Realität: Der TTC Indeland Jülich kann in der 2. Tischtennis-Bundesliga nur um Punkte spielen, wenn alle Spieler anwesend und topfit sind.

Bei der 3:6-Heimniederlage gegen Tabellenführer Fortuna Passau mussten die Indeländer wegen des Fehlens von Yoshihiro Ozawa und der Verletzung von Ewout Oostwouder Opfer bringen.

Die Tatsache, dass Ozawa fehlt, war den Jülichern bereits Ende letzter Woche klar. Die Information, dass Oostwouder eine mittelschwere Rückenverletzung mit ins Match brachte, offenbarte der Niederländer erst nach der Partie. Hätte TTC-Cheftrainer Miroslav Broda diese Hiobsbotschaft vor der Partie erhalten, hätte er taktisch reagieren können und mit dem angeschlagenen Oostwouder und Ersatzmann Marc Preuss ein echtes „Opferdoppel“ formieren können.

Stattdessen standen zwei TTC-Doppel mit minimierten Siegchancen an den Tischen, was den Gästen recht schnell mit einer 2:0-Führung in die Karten spielte. Preuss/Mühlbach waren gegen Akkuzu/Krcil hoffnungslos unterlegen und Jean/Oostwouder spielten gegen Kojic/Sadilek nur selten auf Augenhöhe. Die Kombination Jean/Mühlbach hätte wohl zum 1:1 geführt. Doch der Vorsprung der Gäste und die eingeplanten Punkte gegen Jülichs Ersatzspieler Lukas Kneier veranlassten die Fortunen dazu, ihren angeschlagenen Spitzenspieler Tomislav Kojic in den Einzeln zu schonen und seine Spiele kampflos abzugeben. Somit starteten die Mannschaften praktisch schon mit einem 2:4 in die Einzel. Ergo hätte jede weitere Jülicher Niederlage zwangsläufig Punktverluste zur Folge gehabt.

Bereits Lauric Jean sorgte gegen den jungen Franzosen Can Akkuzu für die erste Niederlage; zuvor vergab der belgische Nationalspieler zwei Matchbälle und wehrte in exzellenter Manier zwei Matchbälle ab. Jean kommentierte: „Ich habe vorher noch nie gegen ihn gespielt. Akkuzu ist ein aufstrebendes Talent, er hat aber heute mit Glück gewonnen.“

Noch ausgezehrter als Jean kehrte Ewout Oostwouder von der Tischtennis-EM in Russland zurück. Mit einer Rückenblessur im Gepäck richtete er am Sonntag gegen die „Oldies“ Sadilek und Krcil nichts aus. Oostwouder verschwand nach dem Spiel mit schmerzverzerrtem Gesicht: „Ich habe Schmerzen. Die EM und die lange Rückreise haben mich ziemlich ausgelaugt. Ich dachte nicht, dass ich heute derartige Probleme bekomme.“

Nur Hermann Mühlbach verkürzte zwischenzeitlich auf 3:5, er feierte somit als einziger Jülicher einen „sportlichen“ Sieg und blieb auch als einziger Indeländer in seinen Einzeln ungeschlagen.