Linnich: Gerätetechnik auf dem neuesten Stand

Linnich : Gerätetechnik auf dem neuesten Stand

Die Abteilung für Innere Medizin des St. Josef-Krankenhauses hat 15 neue Full-HD-Endoskope erhalten: „Die höhere Qualität, in der wir die Untersuchungsbereiche nun sehen, ist beeindruckend“, erklärt Dr. Gerhard Mertes, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin (Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Tauchmediziner).

Dem stimmt Oberarzt Lars Tschakert (Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie; Notfallmedizin) zu: „Feinste Strukturen und Details können wir nun noch besser erkennen“, ergänzt er. So kann auch die Befundung sicherer werden.

Komplettaustausch

Der Bestand der Untersuchungsinstrumente in der Endoskopieabteilung wurde komplett ausgetauscht. Koloskope, Gastroskope, Duodenoskope und Bronchoskope ermöglichen den Fachärzten, in Dickdarm, Speiseröhre, Magen, Teile des Dünndarms, Zwölffingerdarm und Bronchien hinein zu schauen. Zur Endoskopieausstattung gehören auch Monitore, Videoprozessoren, Lichtquellen und Gerätewagen. „Wir führen die Endoskope, die mit Lichtquelle und Kamera ausgestattet sind, über die jeweilige natürliche Körperöffnung ein. Schnitte sind also nicht notwendig“, erklärt Tschakert. Bei Bedarf können so auch weitere Instrumente eingeführt werden. Zum Beispiel, um Darmpolypen direkt während der Untersuchung zu entfernen.

Im Jahr werden insgesamt rund 3300 endoskopische Untersuchungen im St. Josef-Krankenhaus vorgenommen. Dazu gehören Koloskopien (Darmspiegelungen), Gastroskopien (Magenspiegelungen), Bronchoskopien (Spiegelung der Bronchien), HU-Tests (Helicobacter-Urease-Test, für den bei einer Magenspiegelung eine Gewebeprobe entnommen wird) und ERCP-Untersuchungen, bei denen Gallenblase und -gänge und die Gänge der Bauspeicheldrüse dargestellt werden.

Chefarzt Dr. Mertes hat an der Katholischen Universität Leuven Medizin studiert und war an der Uniklinik der RWTH Aachen, im Stolberger Krankenhaus und im Universitätsklinikum Essen tätig, bevor er ins St. Josef-Krankenhaus Linnich wechselte.

Oberarzt Lars Tschakert studierte an der RTWH Aachen Medizin. Er arbeitete im Brüderkrankenhaus Paderborn und im Krankenhaus in Stolberg, ehe er ins St. Josef-Krankenhaus Linnich kam.

Der Dickdarm ist der letzte Teil des Verdauungstraktes des Menschen, der vornehmlich dem Stuhl Wasser entzieht und ihn dadurch eindickt. Erkrankungen des Dickdarmes sind häufig, Dickdarmkrebs gehört leider zu den häufigsten Krebsdiagnosen. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 60.000 Menschen an Dickdarmkrebs, mehr als 25.000 sterben jedes Jahr daran. Die beste Vorsorgemethode ist dabei die Darmspiegelung (Koloskopie), die spätestens ab dem 55. Lebensjahr Kassenleistung ist, in begründeten Fällen (z. B. familiäre Krebs-Belastung) auch schon früher. Trotz steigender medialer Aufmerksamkeit machen bislang nur ca. 20 Prozent der Deutschen von dieser Vorsorgemöglichkeit Gebrauch.

Früherkennung wichtig

Darmkrebs ist heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird. Deshalb ist die Darmkrebsvorsorge so wichtig, bei der die noch gutartigen Vorstufen (Polypen) entfernt werden können. Diese stellen die häufigste Ursache für Darmkrebs dar und verursachen meist lange Zeit keinerlei Beschwerden. Manchmal verliert man über sie winzige Mengen Blut, die zum Beispiel über einen Stuhltest nachgewiesen werden können; dann sollte in jedem Fall eine Darmspiegelung erfolgen.

Im St. Josef Krankenhaus erfolgen Darmspiegelungen ambulant oder stationär. Wesentlicher Vorteil ist die enge Zusammenarbeit mit der Narkose-Abteilung, die eine besonders schonende Untersuchung gewährleistet. Informationen zu Details der Untersuchung, besondere Darmkrebsrisiken und empfohlene Zeitpunkte für Kontrollen erteilen die Spezialisten im Linnicher Krankenhaus in einem Beratungs- und Aufklärungsgespräch vor der geplanten Untersuchung.

Mehr von Aachener Zeitung